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Die Flusslandschaften des Jahres seit 2000

Die "Flusslandschaft des Jahres" wird seit dem Jahr 2000 von den NaturFreunden Deutschlands zusammen mit dem Deutschen Angelfischerverband für jeweils zwei Jahre ausgelobt. Der Titel soll auf die ökologische, ökonomische und sozialkulturelle Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden Landschaft aufmerksam machen.
Ausgezeichnet werden Flüsse, die entweder besonders gefährdet sind oder an denen hervorragende Renaturierungsmaßnahmen stattfinden. Um die komplexen ökologischen Zusammenhänge des jeweiligen Fließgewässers mit seiner Umwelt zu erfassen, wird explizit eine Flusslandschaft gewürdigt und nicht allein der Fluss.


Bisherige Flusslandschaften des Jahres:


Jahr Flusslandschaft
2000 - 2001 Die Gottleuba
2002 - 2003 Die Ilz
2004 - 2005 Die Havel
2006 - 2007 Die Schwarza
2008 - 2009 Die Nette
2010 - 2011 Die Emscher
2012 - 2013 Die Helme
2014 - 2015 Die Argen
2016 - 2017 Die Trave
2018 - 2019 Die Lippe
2020 - 2023 Die Weiße Elster
2024 - 2025 Die Stepenitz
2026 - 2027 Die Murg


Die Murg (Baden-Württemberg) ist die Flusslandschaft der Jahre 2026 - 2027



Die Murg in Baden-Württemberg ist die Flusslandschaft der Jahre 2026 / 2027. Mit der gemeinsamen Auszeichnung würdigen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) Renaturierungserfolge, Fortschritte bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Entwicklung des sanften Tourismus im Murgtal.






Alle zwei Jahre rufen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband eine gemeinsame Flusslandschaft der Jahre aus, um die Bevölkerung für die ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der von ihnen durchflossenen Landschaften zu sensibilisieren. Im Kampagnenzeitraum werden vor Ort Maßnahmen für Schutz, Renaturierung und Durchgängigkeit unterstützt sowie naturnahe Wander- und Erholungsgebiete gefördert.



Das Murgtal bei Huzenbach (Bild: © Guido de Kleijn) Die Murg entsteht aus zwei größeren Quellbächen bei der Gemeinde Baiersbronn.
Das Murgtal bei Huzenbach Bild: © Guido de Kleijn



Die Murg - ein Schwarzwaldfluss mit vielen Gesichtern

In den tiefen Wäldern der Kernzone des Nationalparks Schwarzwald entspringen die beiden größten Quellbäche Rotmurg und Rechtmurg, vereinigen sich dann in einem breiten Wiesental und nehmen im Verlauf weitere Bäche auf. Ab Baiersbronn folgt der Fluss einer engen Waldschlucht, in der er an einen alpinen Wildfluss erinnert.



Die Teufelsmühle ist ein Berg (908 m) im Nordschwarzwald. Rotmurg - Teufelsmühle - Nordschwarzwald (Bild: © Guido de Kleijn)
Bild: © Guido de Kleijn Rotmurg - Teufelsmühle - Nordschwarzwald



Im mittleren und unteren Murgtal strömt die Murg wieder deutlich sanfter, wird vielerorts von Gewerbekanälen begleitet und in der Rheinebene bei Rastatt schließlich zu einem begradigten Flusskanal zu werden.

Einer der vielseitigsten und interessantesten Flusslebensräume in Deutschland

Die Murg ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Sie fließt vom Nordschwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene und mündet nach 80,2 Kilometern nordwestlich von Rastatt in den Rhein. Dabei überwindet die Murg mehr als 800 Höhenmeter und ihr Einzugsgebiet umfasst 617 Quadratkilometer.

Die jüngere Geschichte dieser Flusslandschaft wurde stark geprägt von der Industrialisierung, wobei die damit verbundenen Eingriffe in den Fluss bis heute spürbar sind. Noch vor 150 Jahren war die Murg das bedeutendste Lachsgewässer in Baden. Mit der Industrialisierung verkam der Fluss jedoch zu einer Ablaufrinne für Industrieabwässer, wurde gestaut und im Unterlauf zudem in ein starres Bett gezwängt. Als Folge nahm der einstige Fischreichtum stark ab und der Atlantische Lachs verschwand gänzlich.



Rotmurg - Wasserfälle (Bild: © Guido de Kleijn) Der Charakter der Murg reicht von einem wilden Gebirgsfluss bis zu einem ruhigen Tieflandgewässer.
Rotmurg - Wasserfälle Bild: © Guido de Kleijn



Das Murgtal und der Schwarzwald ist ein Hotspot der Tierwelt. Einige Vogel-, Säugetier-, und Fischarten wollen wir hier, unter dem Begriff - Tierwelt entlang und Murg, vorstellen.



Der Kolkrabe (Corvus corax)

Nach der fast vollständigen Ausrottung der Art im 19.Jahrhundert, hat der Kolkrabe angestammte Siedlungsvorkommen wieder besiedelt. Auch ich war hocherfreut, als der Kolkrabe nach Unterfranken, Anfang der 2000er Jahre, zurückkam.


Der Kolkrabe ist der größte Singvogel der Welt - er ist ein Meister der Lüfte (Bild: © Gunther Zieger)
Der Kolkrabe ist der größte Singvogel der Welt - er ist ein Meister der Lüfte (Bild: © Gunther Zieger)


Er ist nicht nur ein Meister der Lüfte und sein pfeifender Flügelschlag ist oft weit zu hören. Da er auch Aas nicht verschmäht gilt er auch als "Gesundheitspolizist". Kolkraben unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht (nach§ 2 BJagdG) und haben eine ganzjährige Schonzeit.

Im Schwarzwald ist der Kolkrabe nach seiner Ausrottung um 1900 wieder fest etabliert und zwar in Teilen, felsiger Täler und weiter Waldgebiete. In Baden-Württemberg soll es aktuell etwa 600 BP geben. Für Deutschland sind (Stand 2023) ca. 15.000 - 22.000 BP angegeben.


Ordnung: Sperlingsvögel

Unterordnung: Singvögel

Familie: Rabenvögel

Gattung: Raben und Krähen

Art: Kolkrabe (Corvus corax)


Die Unterscheidung der Geschlechter im Freiland ist äußerst schwierig. Beide Geschlechter haben das komplett schwarze Gefieder. Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Aber während der Brutzeit brütet nur das Weibchen, allerdings wird das Weibchen vom Männchen gefüttert.


Jahrhundertelang wurde der Kolkrabe überall in Europa, Asien und in Teilen Afrikas verfolgt (Bild: © Gunther Zieger)
Jahrhundertelang wurde der Kolkrabe überall in Europa, Asien und Teilen Afrikas verfolgt. (Bild: © Gunther Zieger)


Wissenswertes & Interessantes:

Die Geschlechterunterscheidung bei Kolkraben ist im Freiland äußerst schwierig. Beide Geschlechter haben ein komplett schwarzes Gefieder. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Der Schnabel des Männchen ist etwas wuchtiger als bei den Weibchen. Nur ist dies schwierig aus einer Entfernung zu unterscheiden. Aber: Während der Brutzeit brütet nur das Weibchen, während das Männchen das Weibchen füttert.

Vogelexperten sind der Meinung, dass der Kolkrabe, sowie die anderen Mitglieder der Rabenvögel zu den "intelligentesten" Vögeln gehören.

Der wissenschaftliche Name Corvus corax, setzt sich aus dem lateinischen Corvus und dem griechischen Corax zusammen: Beides bedeutet Rabe. Die erste Silbe Kolk, seines seit dem 16.Jahrhundert deutschen Namens ist vermutlich, lautmalerisch, dem Ruf des Vogels geschuldet.

Der Begriff "Rabeneltern" für die Kolkraben, sowie den anderen Mitgliedern der Rabenvögel, ist biologisch gesehen absolut irreführend und falsch.

Die Kolkraben sind dafür bekannt als fürsorgliche Eltern in der Brutpflege. Die Elterntiere kümmern sich aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs, wärmen und füttern den Nachwuchs rund um die Uhr.

Kolkrabeneltern passen die Auspolsterung des Nestes den Außentemperaturen an. Sie verwenden  entweder wärmendes oder kühlendes Material für die Brut.


Merkmale Kolkrabe:

Länge: bis zu 64 cm. (Mäusebussard -57 cm)
Flügelspannweite: ca. 120 - 150 cm;
Gewicht: 900 - 1300 g.
Brutzeit: Februar bis März; 1 Jahresbrut.
Gelegegröße: 2 - 6 hellblaue, grünlichblaue, gesprenkelt mit hellgrauen oder schwarzbraunen Klecksen oder Flecken, glatt und glänzende Eier. Die Eier können variieren innerhalb eines Geleges.
Brutdauer: 19 - 21 Tage.
Nestlingszeit: mindestens 40 Tage. Weibchen hudert bis 18 Tage. Beide Partner füttern und bringen Wasser.
Lautäußerung: Ein tiefes und weittragendes "krok" oder ein "kroa".
Verhalten: gesellig. Kolkraben sind ihrem Partner lebenslang treu und bleiben fest in einem Revier.
Nahrung: überwiegend Aas, auch kleine Säuger, Frösche und Würmer. Es ist aber auch bekannt, dass Junghasen und Jungtiere attackiert werden.
Lebenserwartung: bis zu 12 Jahren im Freiland. In Gefangenschaft wesentlich älter.
Das Gefieder ist glänzend schwarz und schimmert an manchen Stellen bläulich, purpurn und grün. Der Schwanz des Kolkraben ist lang und keilförmig.


Nach Renaturierungen kehrte der Lachs zurück und der Fischreichtum

Reaktivierte Auen und Hunderttausende Lachsbrütlinge: Seit den 1990er Jahren - und verstärkt seit Beginn der 2000er Jahre im Kontext der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie - wurden an der Murg zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Wehre und Kleinwasserkraftanlagen wurden für Wanderfische passierbar gemacht, Gewässerstrukturen verbessert, Auenbereiche reaktiviert und Mindestwasserregulierungen wasserrechtlich festgelegt. Parallel dazu wurde die Gewässerbelastung durch verbesserte Abwasserbehandlung und die Verminderung des Wärmeeintrags deutlich reduziert.



Die Murg zählt zu den vielseitigsten Flusslandschaften Deutschlands. Die Murg im Herbst - Naturschauspiel (Bild: © Guido de Kleijn)
Bild: © Guido de Kleijn Die Murg im Herbst - Naturschauspiel


Besonders im Unterlauf wurde das Flussbett strukturreicher gestaltet und unter anderem Flussinseln angelegt, Deiche zurückgebaut und Überflutungsbereiche geschaffen. Und nicht zuletzt wurden im Rahmen von Wiederansiedlungsprogrammen mehrere hunderttausend Lachsbrütlinge ausgesetzt. Das Wanderfischprogramm wird im Land Baden Württemberg vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg umgesetzt.


Tiere entlang und in der Murg

Der Lachs (Salmo salar)

Der Lachs verbringt einen Großteil seines Lebens im Meer und jagt kleine Fische, die die kalten Gewässer des Nordatlantik bevölkern. Wenn er schließlich zur Fortpflanzung in seine Heimatflüsse zurückkehrt, hat er sich in einen glitzernden Riesenfisch verwandelt.


Atlantischer Lachs - Jungfisch - wachsen im kühlen, klaren Süßwasser der Laichflüsse heran (Bild:© Naturfoto Frank Hecker)
Atlantischer Lachs - Jungfisch - wachsen im kühlen, klaren Süßwasser der Laichflüsse heran (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)


Ein junger Lachs ernährt sich anfangs von kleinen Wassertieren, wie Insekten und Schnecken. Bei einer Nahrungsknappheit und tiefen Temperaturen kann es vorkommen, dass der Jungfisch bis zu acht Jahre in seinem Heimatfluss verbleibt. In anderen wärmeren Gewässern begeben sie sich manchmal schon ein Jahr nach dem Schlüpfen auf ihre Wanderschaft.
Lachse laichen in der Regel im Winter im seichten Kiesbett kühler, sauerstoffreicher Flüsse. Dabei gräbt das Weibchen eine Mulde, indem sie Steine mit dem Schwanz beiseite schiebt und eine ca. 30 Zentimeter tiefe Mulde im Kies anlegt. Männchen und Weibchen schwimmen nebeneinander her, legen gleichzeitig Eier und Samen in die Vertiefung ab und bedecken die befruchteten Eier.


Ordnung Familie Gattung Art
Lachsartige Lachsfische Salmo* Atlantischer Lachs

* Salmo ist eine Gattung der Knochenfische aus der Familie der Lachsfische. Der Gattung gehören neben Salmo salar mit der Forelle ein beliebter Speisefisch an.


Zum Laichen kehrt der Lachs fast immer zu dem Fluss zurück, in dem er geschlüpft ist. Wie er das schafft, seinen Weg durch etwa 2000 Kilometer Ozean zu finden, war lange Zeit ein großes Rätsel. Der Lachs orientiert sich am Erdmagnetfeld und gegen, Ende der Reise scheint er sich aber überwiegend auf seinen hochentwickelten Geruchssinn zu verlassen. Er erkennt den Geruch seines Heimatflusses.

Lebenszyklus des Atlantischen Lachses

Laich: 10.000 bis etwa 40.000 Eier von etwa bis sieben Millimeter Länge werden abgelegt.

Larve: Sie bleibt an den Dottersack geheftet, von dem sie sich ernährt.

Sälmling: Nach dem Verlassen des Kiesnests ernährt sich der junge Lachs, siehe oben, von Insektenlarven, Würmern und anderen kleinen Tieren im Wasser.

Junger Lachs: Mit etwa zehn Zentimter Länge verändert der junge Lachs seine Lebensweise. Er jagt größere Fische. Die Körperzeichnung verändert sich, damit er besser getarnt ist, wenn er auf Jagd geht.

Blanklachs: Auf dem Weg zum Meer färbt sich der Lachs silbern.

Laichen: Das Weibchen gräbt mit dem Schwanz ein Nest und legt die Eier ab, die gleichzeitig vom Männchen besamt werden. Der Prozeß des Laichens (an mehreren Stellen) kann gut zwei Wochen andauern.


Ausgewachsener Lachs, hier ein Männchen, mit dem Laichhaken (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)
Ausgewachsner Lachs hier ein Männchen mit dem Laichhaken (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)


Der Laichhaken ist eine markante, hakenartige Verformung des Unterkiefers bei männlichen Lachsen, die als sekundäres Geschlechtsmerkmal kurz vor der Laichzeit im Süßwasser entsteht.

Manche männlichen Junglachse bleiben in den Heimatflüssen und werden dort erwachsen. Wenn die Weibchen vom Meer zurückkehren, drängeln sich diese klein gebliebenen Männchen häufig dazwischen und besamen die Eier, bevor die großen Lachsmännchen kommen.

Auf ihrem Weg flußaufwärts fressen geschlechtsreife Lachse nicht. Dass sie trotzdem nach Angelködern schnappen, liegt daran, dass ihr Beißreflex erhalten bleibt.



Aufgrund dieser Maßnahmen haben sich sowohl die Gewässerstruktur und die Wasserqualität, als auch der Fischreichtum der Murg in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich verbessert. Zwar werden die Bestände von vor der Industrialisierung noch nicht wieder erreicht. Doch im Jahr 2024 konnten bereits wieder insgesamt mehr als 37 Fischarten in der Murg nachgewiesen werden. Und auch der Lachs - ein wichtiger Indikator für die Durchgängigkeit von Flüssen - kehrt wieder regelmäßig zurück in die Flusslandschaft der Jahre 2026/27.



Die Forbacher Murgbrücke - ein Stück lebendiger Geschichte im Murgtal (Bild: © Heinz Zoller / NaturFreunde Rastatt) Die 1778 erbaute Holzbrücke in Forbach ist ein einzigartiges technisches Denkmal im Schwarzwald. Als Wahrzeichen des Ortes gilt sie mit knapp 40 Metern Länge als eine der meist fotografierten Sehenswürdigkeiten des Murgtals. Sie ist eine der längsten und ältesten überdachten Holzbrücken Europas.
Die Forbacher Murgbrücke - ein Stück lebendiger Geschichte im Murgtal Bild: © Heinz Zoller / Naturfreunde Rastatt



Weiter flussaufwärts fließt die Murg durch die Stadt Gernsbach, im Landkreis Rastatt, Nordschwarzwald. Die Stadt Gernsbach hat mit den Stadtteilen rund 14.700 Einwohner. Die im Murgtal gelegene Stadt erstreckt sich über 82 Quadratkilometer mit der Kernstadt und mehreren Stadtteilen. Sehenswert die Altstadt, Schloss Eberstein und das Murgtal.



Ansicht von Gernsbach um 1800 (Stich: © Stadtarchiv Gernsbach)
Ansicht von Gernsbach um 1800 (Stich: © Stadtarchiv Gernsbach)


Gernsbach wird 1219 erstmals erwähnt, erhält noch in der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts Stadtrechte und wird endgültig mit dem Bau von Burg Neueberstein (heute Schloss Eberstein, erbaut um 1270) zum Zentrum des mittleren Murgtals zwischen Gaggenau und Forbach. Stadtherren sind zunächst die Grafen von Eberstein, die sich ab 1387 die Herrschaftsrechte mit den Markgrafen von Baden teilen müssen.


Die Murgpartie in Gernsbach mit Flößen - Ende des 19.Jahrhunderts (Aufnahme: © Stadtarchiv Gernsbach)
Die Murgpartie in Gernsbach mit Flößen - Ende des 19.Jahrhunderts (Aufnahme: © Stadtarchiv Gernsbach)


Der Holzhandel und die damit verbundene Flößerei auf der Murg sorgen noch im späten Mittelalter für Wohlstand. Die in Gernsbach ansässige "Murgschifferschaft" (ältestes Statut von 1488) ist eine bis heute existierende Genossenschaft von Waldbesitzen, die bis in das 19.Jahrhundert gemeinsame Sägewerke betreiben und die Flößerei organisieren. Ausdruck des Reichstums der Murgschiffer ist das "Alte Rathaus", erbaut 1617/18 als Palais der Schifferfamilie Kast. Nach dem Aussterben der Ebersteiner in männlicher Linie 1660 tritt das Bistum Speyer in deren Herrschaftsrechte ein. 1803 fällt die Stadt mit dem Reichsdeputationshauptschluss vollständig an Baden.


Luftbild von Hugo Moser - Stadt Gernsbach um 1959 (Aufnahme: © Stadtarchiv Gernsbach)
Luftbild von Hugo Moser - Stadt Gernsbach um 1959 (Aufnahme: © Stadtarchiv Gernsbach)


Aus dem Holzhandel entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts in Gernsbach die Holz- und insbesondere die Papierindustrie. Letztere prägt Gernsbach bis heute als bedeutender Produktionsstandort für Spezialpapiere und Kartonagen und insbesondere als zentraler Ausbildungsort für Deutschland und die Schweiz und als Sitz bedeutender Verbände der Papierindustrie.

Vielen Dank an Frau Melanie Mußler, Gernsbach und an Herrn Wolfgang Froese, Stadtarchivar Gernsbach für den Text und die Möglichkeit die obigen drei Bilder zeigen zu dürfen.


Abwechslungsreich ist nicht nur der Fluss, sondern auch das Murgtal selbst. Die Kombination aus breiten Wiesentälern, Streuobstwiesen, brachliegenden Weinbergen, Steinbrüchen, Blockhalden, Heideflächen naturnahen Buchenwäldern und sogar einen Esskastanienwald bildet eine sehr struktur- und artenreiche Landschaft.


Tiere entlang der Murg

Der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus)

Im Namen wird deutlich, dass diese Spechtart eine Zehe fehlt. Die erste Zehe ist reduziert, weil sie dem Dreizehenspecht beim Klettern am Stamm nicht nützlich ist. Der Dreizehenspecht ist der einzige europäische Specht mit nur drei Zehen (zwei nach vorne, eine nach hinten), während fast alle anderen Vögel vier besitzen. Dies ermöglicht ihm ein effizienteres Klettern, in alten Nadelwäldern, wo er Totholz bewohnt.


Der Dreizehenspecht, wird auch als ein "Urwaldspecht" bezeichnet (Bild: © Mathias Putze)
Der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) kommt auch in den Nadelwäldern des Schwarzwaldes vor (Bild: © Mathias Putze)


Der Dreizehenspecht ist bei uns in Deutschland eine seltene und spezialisierte Vogelart, deren Vorkommen eng an totholzreiche Nadel- und Mischwälder gebunden ist (deswegen auch "Urwaldspecht"). Seine Bestandsgröße, für Deutschland, wird mit ca. 1.500 - 2.900 BP angegeben. Seine Hauptvorkommen konzentrieren sich auf die Alpen, das Alpenvorland, Bayerischer Wald, Schwarzwald (die Art war hier 1924 ausgestorben), sowie Teile des Erzgebirges und des Harzes.

Der Dreizehenspecht ist etwas kleiner als der Buntspecht, hat schwarze Flügel und einen weißen Rücken. Neben den Weibchen von Klein- und Grauspecht ist der Dreizehenspecht de einzige Specht in Europa ohne Rot im Gefieder. Das Männchen hat ein gelbes Scheitelfeld (s.oben).


Klasse: Vögel

Ordnung: Spechtvögel

Familie: Spechte

Unterfamilie: Echte Spechte

Art: Dreizehenspecht


Der Dreizehenspecht brütet vor allem in naturnahen Fichtenwäldern und auch in fichtendominierten Mischwäldern mit vielen toten und absterbenden Bäumen, in denen er nach Larven und Puppen von Borkenkäfern, Bockkäfer und Holzwespen sucht. Da der Dreizehenspecht jedes Jahr eine neue Höhle in einem kranken oder toten Nadelbaum zimmert, werden diese in Folgejahren gerne von Sperlingskäuzen, oder anderen höhlenbewohnenden Tieren, übernommen.


Dreizehenspecht - hier ein Weibchen - in der RL Deutschlands eine gefährdete Art (Bild: © Mathias Putze)
Dreizehenspecht - hier ein Weibchen - in der Roten Liste Deutschland wird die Spechtart als gefährdet = 3 eingestuft. (Bild: © Mathias Putze)



Merkmale Dreizehenspecht

Größe: ungefähr einer Amsel;
Länge: ca. 22 cm; Flügelspannweite: bis 35 cm.
Gewicht: 60 - 75 g.
Stimme: ist weniger ruffreudig als der Buntspecht. Einzelruf tief und gedämpft "güg" Männchen und Weibchen trommeln ratternd.
Brutzeit: Ende Mai oder Anfang Juni, 1 Jahresbrut.
Gelegegröße: 3 - 6 weiße, glatte und mäßig glänzende Eier.
Brutdauer: 11 Tage.
Nestlingszeit: 22 - 25 Tage. Auch nach dem Ausfliegen werden die Jungspechte noch bis zu 4 Wochen von den Elterntieren versorgt.
Die meisten Dreizehenspecht sind Standvögel und verbleiben das ganze Jahr über im Revier.



Das Untere Murgtal und seine Seitentäler - ein europäisches Naturschutzgebiet (Natura 2000) - lassen sich hervorragend auf drei Natura Trails erkunden. Natura Trails sind Wandervorschläge der NaturFreunde durch Natura-2000-Gebiete.
Die Murgtal-Trails sind als zusammenhängende Tageswanderungen konzipiert, beginnen und enden flussnah an Bahnhöfen (Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach), führen aus dem Tal immer wieder auf die Höhen und dabei gerne auch an NaturFreundehäusern vorbei, in denen übernachtet werden kann.




Auch die Wasseramsel hat einen Lebensraum an der Murg gefunden (Bild: © Guido de Kleijn)
Auch die Wasseramsel hat ihr Refugium an der Murg gefunden (Bild: ©  Guido de Kleijn)



Mit der Murg haben wir eine Flusslandschaft ausgezeichnet, die beispielhaft zeigt, wie ökologischer, sozialer und kultureller Wert eines Gewässers Hand in Hand gehen. Die Murg steht nicht nur für eine beeindruckende Natur und artenreiche Lebensräume, sondern auch für das Engagement der Menschen vor Ort, die sich für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung einsetzen. Als Deutscher Angelfischerverband sehen wir es als unsere Verantwortung, diese Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen und gemeinsam mit Partnern weiterhin für gesunde, durchgängige und lebendige Flüsse in Deutschland zu arbeiten", sagt der Präsident des DAFV, Klaus-Dieter Mau.



Die Murg ist ein wertvolles ökologisches Gewässer für viele Tierarten (Bild: © Heinz Zoller / NaturFreunde Rastatt)
Die Murg - ökologisch wertvoll für viele seltene Fisch-, Amphibien-, Vogel- und anderen Tier- und Pflanzenarten (Bild: © Heinz Zoller / NaturFreunde Rastatt)



Tiere entlang der Murg

Der Auerhahn (Tetrao urogallus) - Charaktervogel des Schwarzwaldes

Bei den Auerhühnern unterscheiden sich Männchen und Weibchen sehr deutlich. Der größere Auerhahn ist schwärzlich dunkelgrau bis dunkelbraun gefärbt mit einem glänzenden grünen Brustschild. Die Auerhenne ist etwa ein Drittel kleiner. Das Gefieder der Auerhenne ist oberseits braun und hat schwarze bis silberne Querbänder, unterseits ist sie heller, gelblicher, gefärbt. Beide Geschlechter haben einen weißen Spiegel am Bug der Schwingen. Vor allem im Winter sind die Füße befiedert. Über den Augen besitzen beide Geschlechter eine nackte, leuchtend rote Hautstelle, diese wird Rose genannt.


Das Auerhuhn ist die größte Art der Raufußhühner (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)
Das Auerhuhn ist die größte Art in der Familie der Raufußhühner. Trotz seines Gewichts übernachtet es im Winter auf Bäumen, denn Auerhühner sind Standvögel. (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)


Das Auerhuhn lebt in nadelbaumreichen, lichten Wäldern mit Bodenvegetation, z.B. Heidelbeerkraut, denn die Beerensträucher sind elementar wichtig für die Nahrungsversorgung dieser Hühnervögel. Das Auerhuhn ist ein Pflanzenfresser, das im Sommerhalbjahr sich fast ausschließlich von Heidelbeerblättern und deren Beeren ernährt. Daneben werden noch Knospen von Bäumen und Sträuchern aufgenommen. Die Jungtiere sind zunächst auf Insektenkost angewiesen, da sie tierisches Eiweiß benötigen. Im Winter werden Nadeln und Knospen, von Tanne, Kiefer und Fichte sowie der Buche aufgenommen.


Ordnung: Hühnervögel

Familie: Fasanenartige

Tribus: Raufußhühner

Gattung: Auerhühner

Art: Auerhuhn


Der Auerhahn ist der größte Hühnervogel Europas und in Deutschland vom Aussterben bedroht. Vorkommen in Deutschland gibt es in den Alpen, dem Schwarzwald, sowie dem Bayerischen Wald. Eines seiner großen Vorkommen hat der Hühnervogel im Schwarzwald, allerdings nur noch mit ca. 114 balzenden Hähnen (2021). Nach Angaben aus dem Jahr 2024 hat sich die Zahl der Auerhühner leicht stabilisiert, jedoch auf niedrigem Niveau. Der Gesamtbestand für Deutschland wird auf ca. 750 bis 1.200 BP geschätzt.


Das viel kleinere Weibchen des Auerhuhns hat schwarze und silberne Querbänder (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)
Das um ein Drittel kleinere Weibchen hat schwarze und silberne Querbänder (Bild: © Naturfoto Frank Hecker)


Auerhühner sind Bodenbrüter. Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen gebaut. Dieses Nest ist gut geschützt in einer Vertiefung unter einem kleinen Strauch oder Baum. Das Nest wird aus Materialien gebaut, dass das Weibchen in unmittelbarer Nähe findet, wie: Rinde, Laub, Moss oder Farnen. Das Weibchen legt 5 - 11 Eier. Diese werden in einem Abstand von 24 bis 48 Stunden gelegt. Die Auerhenne beginnt unmittelbat mit dem Brüten, wenn das letzte Ei gelegt wurde.

Die Auerhahnküken sind in ihrer frühesten Jugend ähnlich gefärbt wie das Muttertier und haben eine schwarze Kopfplatte. Später, ab August verändert sich die Färbung zunehmend in die Richtung ihres späteren Aussehens.


Merkmale des Auerhuhns

Größe: wie die einer Gans
Länge: 60 - 90 cm; Flügelspannweite: 80 - 125 cm:
Gewicht: 3900 - 4300g beim Männchen - 1700 - 2000g beim Weibchen.
Brutzeit: Mitte April - Ende Juni; zumeist eine Jahresbrut (ein Nachgelege ist jedoch möglich)
Gelegegröße: 5 - 11 hell gelbliche mit gewöhnlich feinen gelblich grauen bis rötlichbraunen Tupfen, matt glänzende, Eier.
Brutdauer: 24 - 26 Tage
Nestlingszeit: Nestflüchter, erste Flüge mit 2 - 3 Wochen; ab ca. 3 Monaten sind sie dann selbstständig.
Auerhennen versorgen die Jungen nicht direkt mit Futter (wie bei Singvögeln üblich), sondern führen die Nestflüchter zu den Nahrungsquellen.




Die Schwarzenbachtalsperre wird wegen großer Renovierungsarbeiten, in 2026, vollständig entleert. Es ist Winter geworden an der Schwarzentalbachsperre im Murgtal (Bild: © Kunstprojekt-becoming-river)
Bild: © Kunstprojekt-becoming-river Die Schwarzentalbachsperre bei Forbach im Murgtal ist der größte Stausee im Nordschwarzwald



"Im Zuge der Klimaanpassung gewinnen Renaturierungsmaßnahmen in Flusslandschaften zunehmende an Bedeutung, weil durch sie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Dürren besser abgefedert werden können. Die Murg bietet hier hervorragende Beispiele", so Joachim Nibbe, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. "Die neue Flusslandschaft der Jahre 2026 / 2027 zeigt, wie notwendig die Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiedereherstellung der Natur und der EU-Wasserrahmenrichtlinie für den Erhalt von Ökosystemen sind".



Blick auf den Ort Weisenbach an der Murg (Bild: © Heinz Zoller / NaturFreunde Rastatt) Weisenbach, erstmals im Jahre 1336 im Lehnsbuch des Bistums Speyer erwähnt, ist eine historisch im Murgtal verwurzelte Gemeinde.
Blick auf Weisenbach an der Murg ehemals forstwirtschaftlich geprägt Bild: © Heinz Zoller / NaturFreunde Rastatt



Das Murgtal mit seiner reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft ist auch ein attraktives Naherholungsgebiet, in dem viel für den sanften Tourismus getan wird.


Bevor die Murg bei der Gemeinde Steinmauern (Landkreis Rastatt) in den Rhein mündet, fließt sie inmitten der Stadt Rastatt. Die Murg, sie ist ein Naherholungsbereich mitten in der Stadt. Vor allem im Sommer laden die alten Kastanien- und Lindenbäume entlang des Dammweges zu einem schattigen Aufenthalt ein. Und bei einer Rast auf einer der Bänke gibt es viel zu entdecken. Denn durch die Renaturierung bietet die Murg eine einmalige Vielfalt für Pflanzen und Tiere. So sind Schwäne, Graureiher oder Störche nur einige der vielen Tierarten, die sich an der Murg aufhalten.



Der Flutende Wasserhahnenfuß (Ranunculus fluitans) benötigt saubere, nährstoffreiche und fließende Gewässer. Er wurzelt am Grund von Bächen und Flüssen, von dort er seine bis zu 6 Meter lange Stängel bildet. Die Murg - Stadt Rastatt - mit flutendem Wasserhahnenfuß (Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon)
Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon Die Murg - Stadt Rastatt - mit flutendem Wasserhahnenfuß



Höckerschwäne sind Bodenbrüter. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. (Bild: © Gunther Zieger)
Die Verbreitung der Höckerschwäne (Cygnus olor) beschränkte sich ursprünglich hauptsächlich auf Nordosteuropa und Teile Asiens. Heute sind sie auf unseren Gewässern etabliert. Der Bestand in Deutschland wird mit 14.000 - 19.500 BP angegeben. Sie erreichen ein Alter von 16 bis 20 Jahren. Die Weibchen sind kleiner als die Männchen. Die Körperlänge kann 145 - 160 cm betragen. Die Flügelspannweite 200 - 240 cm. Das Gewicht 10 - 12 kg. (Bild von: © Gunther Zieger)



Rastatt wurde schon im Jahr 1084 erstmals urkundlich als "Rastetten" in einer Handschrift des Klosters Hirsau erwähnt. Die Siedlung entwickelte sich später, um 1700, unter Markgraf Ludwig Wilhelm zur barocken Residenzstadt mit einem Schloss nach Versailler Vorbild. Zur Stadt wurde Rastatt um 1700 erhoben. Das Wochenmarkt-Privileg um 1404.



Die Murg - Stadt Rastatt - Badener Brücke (Bild:© Stadt Rastatt / Heike Bornhäußer)  Die Badener Brücke ist eine wichtige Straßenbrücke, die über die Murg führt.
In ihrer Nähe befinden sich historische Brücken aus der Zeit der Bundesfestung Rastatt (1842-52).
Murg - Rastatt - Badener Brücke Bild: © Stadt Rastatt / Heike Bornhäußer



Graureiher sind überwiegend Standvögel. Bei uns hier in Deutschlasnd ziehen nur wenige in den Süden (Bild: © Raimund Linke) 
Der Graureiher (Ardea cineria) - Graureiher brüten in Kolonien überwiegend auf Bäumen. Ihre Nester fügen sie aus Zweigen und Ästen zusammen. Oft sind sie auf Wiesen und Äckern zu sehen, wo sie Jagd auf Feldmäuse machen. (Bild: © Raimund Linke)


Zweieinhalbmeter breit, durchgängig gleich hoch und mit Bänken und Mülleimern versehen. So sehen alle bereits sanierten Abschnitte des Murgdamms aus. Jährlich saniert die Stadt mindestens einen Wegeabschnitt und baut ihn damit barrierefrei aus. Zudem ist die Murg Teil des Landesgartenschaukonzeptes 2036. Im Zuge dessen soll die Aufenthaltqualität entlang der Murgdammwege weiter verbessert werden.


Ein Highlight sind die naturnahen Rheinauen, die durch das LIFE+-Projekt aufgewertet wurden.
Ein wertvoller Naturraum ist die Murg, die durch die Stadt fließt.
Stadt Rastatt - die Murg - Blick zur Badener Halle (Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon)
Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon Rastatt - Murg - Blick zur Badener Halle



Nicht alle Störche ziehen mehr nach Afrika - viele bleiben inzwischen in Spanien (Bild: © Gunther Zieger)
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) dessen Nordgrenze entlang der Ostseeküste verläuft, ist nach der Roten Liste Deutschland eine gefährdete Art. Der Weißstorch kommt in offenen Landschaften wie Flussniederungen, auf extensiv genutzten Weiden und Wiesen vor.Sein Nahrungszettel besteht vom Regenwurm über Mäuse und Fischen bis zu Schlangen. (Bild: © Gunther Zieger)


Residenzschloss Rastatt

Seit über 300 Jahren ist Schloss Rastatt, auch das "Badische Versailles" genannt, der prunkvolle Mittelpunkt der Stadt. Es gilt als eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands. Beim Bau des dreiflügeligen Schlosses und des Schlossgartens Anfang des 18.Jahrhunderts orientierten sich Markgraf Ludwig Wilhelm und Markgräfin Sibylla Augusta an der Architektur von Schloss Versailles. Auch die Adelspaläste in Wien dienten als Vorbild. Heutzutage ist das Schloss ein beliebtes Ausflugsziel, das Rastatt seinen barocken Charme verleiht.

Schloss Favorite

Schloss Favorite im Rastatter Ortsteil Förch ist das einzige fast unveränderte erhaltene Porzellanschloss in Deutschland. Einst diente es Markgräfin Sibylla Augusta als Sommerresidenz. Heute zieht es mit seiner Porzellansammlung zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Die idyllische Parkanlage im Stil eines Landschaftsgartens lädt zum Erholen oder zu einem Spaziergang zwischen den alten Bäumen und dem Schwanenweiher ein.



Stadt Rastatt - die Murg im Winter (Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon) Rastatt engagiert sich aktiv für den Umweltschutz mit dem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden.
Murg - Stadt Rastatt - im Winter Bild: © Stadt Rastatt / Isabelle Joyon



Eine erhebliche Herausforderung stellt die PFAS-Belastung im Grundwassere dar. (PFAS = ist eine Gruppe von über 10.000 künstlichen Industriechemikalien, die extrem wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie sehr langlebig sind).

Stadtentwässerung Rastatt

Die Stadtentwässerung ist für eine sichere und umweltgerechte Entsorgung des Abwassers zuständig. Ihre Hauptaufgaben umfassen das Sammeln, Ableiten und Reinigen von Schmutz- und Regenwasser aus dem Stadtgebiet, um den Gewässerschutz zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Unterhaltung des Kanalnetzes und der zugehörigen Anlagen.



Im zweijährigen Kampagnenzeitraum haben NaturFreunde und Angler an der Murg viel vor. Unter anderem wollen sie naturnahe Umweltbildung und gewässerökologische Seminare veranstalten, öffentlichkeitswirksame Naturschutz-Aktionen durchführen und viele öffentliche Wanderungen, Kanu- und Radtouren organisieren. Zudem werben die Kampagnenpartner auch intensiv verbandsintern, die neue Flusslandschaft der Jahre 2026 / 2027 wandernd und angelnd zu entdecken sowie Gremiensitzungen und Vereinstreffen oder Freizeiten an der Murg zu organisieren.


Vielen Dank an Frau Rita Trautmann, von den NaturFreunden Deutschlands e.V., Bundesgeschäftsstelle Berlin, für die Möglichkeit den Pressetext und Bilder der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 zu bekommen und zeigen zu dürfen. Bilder von: Herrn Guido de Kleijn, Herrn Heinz Zoller von den NaturFreunden Rastatt.
Vielen Dank an Frau Melanie Mußler, Sachgebietsleitung der Stadt Gernsbach, Herrn Wolfgang Froese, Stadtarchivar der Stadt Gernsbach, für einen Text über die Geschichte der Stadt Gernsbach und die Möglichkeit die übersendeten Aufnahmen aus dem Stadtarchiv Gernsbach zeigen zu dürfen.
Vielen Dank an Herrn Jonas Mozer von der Stadt Rastatt für die Möglichkeit Informationen über die Stadt Rastatt online stellen zu können und die Möglichkeit die Bilder von der Stadt Rastatt / Frau Isabelle Joyon und Frau Heike Bornhäußer veröffentlichen zu dürfen.
Vielen Dank auch an die Naturfotografen Herrn Gunther Zieger, Herrn Mathias Putze, Herrn Raimund Linke und Naturfoto Frank Hecker für die Aufnahmen.




  Wenn Sie mehr erfahren wollen, auch über die NaturFreunde Deutschlands e.V. dann unter: www.naturfreunde.de

  Ebenso beim Dachverband der Deutschen Angelfischer, dem Deutschen Angelfischerverband e.V. www.dafv.de



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- letzte Aktualisierung: Montag, 27. April 2026 -
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