HW4
Greifvögel
Streuobst
Biotoppflege
Ornithologie
Insekten
Sie sind hier: Streuobst > Themen > Hohltaube

Die Hohltaube - ein Schwarzspechtnachmieter
 
Hohltaube
Länge: 32 - 34 cm;
Flügelspannweite: 63 - 69 cm;
Gewicht: 240 - 365 g;
Brutzeit: Ende März / Anfang April 2 oder 3 Jahresbruten;
Gelegegröße: 2 Eier;
Brutdauer: 16 - 18 Tage;
Nestlingszeit: je nach Jahresbrut 16 (Sommer) 23/24 (April/Mai) 27/28 (August/September) Tage

Die Hohltaube ist etwa haustaubengroß, deutlich kleiner und kurzschwänziger als die Ringeltaube, fliegt zudem mit schnelleren Flügelschlägen. Das Gefieder ist blaugrau mit grün und weinrot schimmerndem Halsfleck. Die Unterflügel und der Rücken ist grau. Oft sieht man sie zusammen mit Ringeltauben.
Im Gegensatz zur Felsentaube ist die Hohltaube nirgends häufig. Das liegt einerseits am Verlust von Nahrungsräumen durch die intensive Landwirtschaft, andererseits am Bruthöhlenmangel durch die Forstwirtschaft.
In West- und Südwesteuropa stellt dagegen die Bejagung ein großes Problem dar. Eine nasskalte Witterung zur Brutzeit führt oft zum Tod der Jungen. Mit Hilfe von Nistkästen versucht man die Bestände der Hohltaube zu halten.
Hohltauben brüten in Nordafrika und in weiten Teilen Europas. Das Verbreitungsgebiet im Norden reicht bis Mittelschweden und Finnland, im Osten bis nach Westsibirien.

Als einziger Baumbrüter unter den europäischen Taubenarten brüten Hohltauben in lichtem Laub- und Mischwald (Vorliebe die Buche) aber auch Kiefernbestände und Parks mit alten Bäumen werden besiedelt. Die Vögel meiden jedoch das Innere größerer Wälder und ziehen deren Ränder vor. Gebietsweise findet man die Hohltaube auch in kleinen Feldgehölzen und Streuobstbeständen.
In Deutschland zieht die Hohltaube ihre Jungen vorwiegend in Schwarzspechthöhlen auf, da andere größere Baumhöhlen in den Forsten rar sind.

Futtersuche

Zur Nahrungssuche fliegen sie auf angrenzende offene Flächen, in Mitteleuropa vorwiegend auf Felder, weniger auf gedüngte, dichte Wiesen.
Sie ernähren sich vor allem von Wildkräutersamen, aber auch von Früchten, Beeren, grünen Pflanzenteilen und manchmal Kleintieren wie Schnecken.

Im Frühjahr hört man in alten Buchenwäldern die stimmungsvollen, dumpfen Rufe der Hohltaube. Zu dieser zeit vollführt das Männchen Schauflüge, rund um den Brutplatz.
Damit sich kein eingedrungenes Regenwasser am Höhlenboden staut, wird oft recht viel Nistmaterial aus kleinen Zweigen und Halmen eingetragen.
Die ausgeflogenen Jungen werden noch eine Weile vom Männchen gefüttert. Sie schließen sich dann zu kleineren Trupps zusammen und streifen umher. Solche Gruppen können auch bis zu 100 Vögel groß sein.
Hohltauben überwintern in Mitteleuropa nur in sehr milden Gegenden. Sie sind Kurzstreckenzieher, werden nach Westen und Süden hin zunehmend zu Standvögeln.

Wissenswertes & Interessantes:

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts konnten Hohltauben von der Ausbreitung des Schwarzspechts nach Westen und der Entstehung neuer Nahrungsquellen durch die Ausdehnung des Ackerbaus profitieren und ihr Areal erheblich nach Westeuropa erweitern. Inzwischen hat sich die Situation wieder gewandelt: Durch das Verschwinden der Ackerwildkräuter verringerte sich das Nahrungsangebot, mit dem Rückgang von Altholzbeständen mangelt es der Hohltaube außerdem zunehmend an Bruthöhlen.
Der Erhaltung von Altholzbeständen (Unterschutzstellung solcher Bestände) kommt daher beim Schutz der Hohltaube eine besondere Bedeutung zu.

Verbreitung in Bayern:

Die Hohltaube ist in Bayern sehr lückenhaft verbreitet. Schwerpunkte liegen in Mittelfranken, Unterfranken, Teilen des Donautals und des ostbayerischen Grenzgebirges. Sie fehlt über weite Flächen im Südwesten Bayerns und im östlichen Südbayerns sowie in den Alpen.
Die höchsten Brutnachweise sind aus 1250 Meter ü.NN. Untersuchungen haben ergeben, dass der überwiegende Brutnachweis in Schwarzspechthöhlen gefunden wurde. Altholzinseln, vor allem Buchen mit ihren Höhlen, sollten von der Forstwirtschaft erhalten werden.
Das Winterquartier bayerischer Hohltauben liegt in Spanien. Frankreich-Funde beziehen sich fast nur auf Durchzügler in Richtung Iberischer Halbinsel. Die Rückkehr als Brutvogel in das engste Brutgebiet konnte dokumentiert werden.
Auf einer südbayerischen Kontrollfläche begann die früheste Brut um den 6.März, die späteste um den 15. August. Die letzten Nestlinge flogen am 29. September aus.
Die Hohltaube steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bayerns.
Brutbestand in Bayern: Etwa 3000 - 6000 BP.

Hier können Sie die Stimme der Hohltaube hören

ORDNUNG
Tauben
FAMILIE
Tauben
GATTUNG & ART
Columba oenas


zurück

- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 22. Mai 2024 -
Unsere Seiten sind optimiert für Internet Explorer 8.0 und Firefox 3.6 bei einer Auflösung von 1024x768 Pixel
© Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt 2018