Die Hohltaube - ein
Schwarzspechtnachmieter
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Länge: 32 - 34 cm;
Flügelspannweite: 63 - 69 cm;
Gewicht: 240 - 365 g;
Brutzeit: Ende März / Anfang April 2 oder 3 Jahresbruten;
Gelegegröße: 2 Eier;
Brutdauer: 16 - 18 Tage;
Nestlingszeit: je nach Jahresbrut 16 (Sommer) 23/24
(April/Mai) 27/28 (August/September) Tage |
Die Hohltaube ist etwa haustaubengroß, deutlich kleiner und
kurzschwänziger als die Ringeltaube, fliegt zudem mit schnelleren
Flügelschlägen. Das Gefieder ist blaugrau mit grün und weinrot
schimmerndem Halsfleck. Die Unterflügel und der Rücken ist grau. Oft
sieht man sie zusammen mit Ringeltauben.
Im Gegensatz zur Felsentaube ist die Hohltaube nirgends häufig. Das
liegt einerseits am Verlust von Nahrungsräumen durch die intensive
Landwirtschaft, andererseits am Bruthöhlenmangel durch die
Forstwirtschaft.
In West- und Südwesteuropa stellt dagegen die Bejagung ein großes
Problem dar. Eine nasskalte Witterung zur Brutzeit führt oft zum Tod der
Jungen. Mit Hilfe von Nistkästen versucht man die Bestände der Hohltaube
zu halten.
Hohltauben brüten in Nordafrika und in weiten Teilen Europas. Das
Verbreitungsgebiet im Norden reicht bis Mittelschweden und Finnland, im
Osten bis nach Westsibirien.
Als einziger Baumbrüter unter den europäischen Taubenarten brüten
Hohltauben in lichtem Laub- und Mischwald (Vorliebe die Buche) aber auch
Kiefernbestände und Parks mit alten Bäumen werden besiedelt. Die Vögel
meiden jedoch das Innere größerer Wälder und ziehen deren Ränder vor.
Gebietsweise findet man die Hohltaube auch in kleinen Feldgehölzen und
Streuobstbeständen.
In Deutschland zieht die Hohltaube ihre Jungen vorwiegend in
Schwarzspechthöhlen auf, da andere größere Baumhöhlen in den Forsten rar
sind.

Zur Nahrungssuche fliegen sie auf angrenzende offene Flächen, in
Mitteleuropa vorwiegend auf Felder, weniger auf gedüngte, dichte
Wiesen.
Sie ernähren sich vor allem von Wildkräutersamen, aber auch von
Früchten, Beeren, grünen Pflanzenteilen und manchmal Kleintieren wie
Schnecken.
Im Frühjahr hört man in alten Buchenwäldern die stimmungsvollen,
dumpfen Rufe der Hohltaube. Zu dieser zeit vollführt das Männchen
Schauflüge, rund um den Brutplatz.
Damit sich kein eingedrungenes Regenwasser am Höhlenboden staut,
wird oft recht viel Nistmaterial aus kleinen Zweigen und Halmen
eingetragen.
Die ausgeflogenen Jungen werden noch eine Weile vom Männchen
gefüttert. Sie schließen sich dann zu kleineren Trupps zusammen und
streifen umher. Solche Gruppen können auch bis zu 100 Vögel groß
sein.
Hohltauben überwintern in Mitteleuropa nur in sehr milden Gegenden.
Sie sind Kurzstreckenzieher, werden nach Westen und Süden hin
zunehmend zu Standvögeln.
Wissenswertes & Interessantes:
Zu Anfang des 20. Jahrhunderts konnten Hohltauben von der Ausbreitung
des Schwarzspechts nach Westen und der Entstehung neuer
Nahrungsquellen durch die Ausdehnung des Ackerbaus profitieren und ihr
Areal erheblich nach Westeuropa erweitern. Inzwischen hat sich die
Situation wieder gewandelt: Durch das Verschwinden der
Ackerwildkräuter verringerte sich das Nahrungsangebot, mit dem
Rückgang von Altholzbeständen mangelt es der Hohltaube außerdem
zunehmend an Bruthöhlen.
Der Erhaltung von Altholzbeständen (Unterschutzstellung solcher
Bestände) kommt daher beim Schutz der Hohltaube eine besondere
Bedeutung zu.
Verbreitung in Bayern:
Die Hohltaube ist in Bayern sehr lückenhaft verbreitet. Schwerpunkte
liegen in Mittelfranken, Unterfranken, Teilen des Donautals und des
ostbayerischen Grenzgebirges. Sie fehlt über weite Flächen im
Südwesten Bayerns und im östlichen Südbayerns sowie in den Alpen.
Die höchsten Brutnachweise sind aus 1250 Meter ü.NN. Untersuchungen
haben ergeben, dass der überwiegende Brutnachweis in
Schwarzspechthöhlen gefunden wurde. Altholzinseln, vor allem Buchen
mit ihren Höhlen, sollten von der Forstwirtschaft erhalten werden.
Das Winterquartier bayerischer Hohltauben liegt in Spanien.
Frankreich-Funde beziehen sich fast nur auf Durchzügler in Richtung
Iberischer Halbinsel. Die Rückkehr als Brutvogel in das engste
Brutgebiet konnte dokumentiert werden.
Auf einer südbayerischen Kontrollfläche begann die früheste Brut um
den 6.März, die späteste um den 15. August. Die letzten Nestlinge
flogen am 29. September aus.
Die Hohltaube steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bayerns.
Brutbestand in Bayern: Etwa 3000 - 6000 BP.
Hier können Sie die Stimme der
Hohltaube hören
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