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Der Buchfink -
der buntgefärbte Körnerfresser
Immer wenn ich in meinem Garten sitze, und den Gesang, oder
auch den Regenruf des Buchfinken höre, oft schon im Februar, habe
ich das Bild dieses außerordentlich prächtig gekleideten
Finkenvogels vor meinem Auge. Auch dass Buchfinkenmännchen nur durch
Zuhören und Nachahmen anderer Buchfinken "ihren" Gesang erlernen.
Dann nimmt der Vogel einen örtlichen "Dialekt" anderer Männchen
seiner Umgebung an, und vor allem den seines Vaters. Denn lernen
durch Nachahmung ist wichtig für die jungen Sprösslinge, die schon
zur nächsten Brutzeit ihr eigenes Revier in der Nähe etablieren
sollen.
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Das Buchfinkenmännchen ist leicht an seiner
rotbraunen Brust und der blaugrauen Kappe zu erkennen. |
Die Finken, zu denen Edelfinken - in Europa Buch-
und Bergfink), Girlitze, Hänflinge, Kreuzschnäbel und Gimpel
gehören, sind meist kleine, häufig bunt gefärbte Körnerfresser mit
charakteristischer Flügelzeichnung und eingekerbtem Schwanz.
Männchen und Weibchen sind oft unterschiedlich gefärbt. Der
kräftige, kegelförmige Schnabel ist gut zum Öffnen harter Samen
geeignet. Außerhalb der Brutzeit sind Finken gesellig und treten
dann in großen Schwärmen auf. Die meisten Finken hüpfen am Boden,
ihr Flug ist wellenförmig hüpfend.
| Das Buchfinkenweibchen sammelt Gras und Moose und
baut das kunstvolle Nest völlig allein. |
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Der Buchfink ist eine der häufigsten Vogelarten
überhaupt und zudem die bekannteste und häufigste Finkenart. Pro
Quadratkilometer leben im Durchschnitt über 50 Brutpaare.
Rabenvögel, Eichhörnchen und Nässeperioden verursachen die meisten
Gelegeverluste, ohne dass aber darunter der Gesamtbestand leidet.
Sein Bestand wurde in den letzten Jahren bundesweit nach
Haussperling und Amsel an dritter Stelle eingeschätzt. Nach der
letzten Vogelzählung musste aber festgestellt werden, dass die
Anzahl der Individuen sinkt, der Grund dafür ist noch unbekannt. So
wurde in Bayern der Buchfink nur auf Platz 12 gelistet, war nur noch
in 42% der Gärten gesichtet mit einem leider klaren Abwärtstrend
gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Zur Brutzeit verteidigt das farbenprächtige Buchenfinkenmännchen ein
Revier durch Gesang und Verjagen eindringender anderer Männchen.
Sein Revier sucht es sich häufig in dichter, deckungsreicher
Vegetation. Dieses Revier kann gut und gerne 120 Quadratmeter groß
sein.
Im Winter lebt der Buchfink geselliger und hält sich in offenerem
Gelände auf. Häufig sieht man ihn dann in Scharen von Dutzenden von
Vögeln, zusammen mit Sperlingen, anderen Finken und den nah
verwandten Bergfinken. Nachts schläft er im Winter mit anderen
Vogelarten in Bäumen und im Gebüsch. Gelegentlich bilden die
Geschlechter getrennte Schwärme.
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Der Buchfink ist ein hübscher Singvogel, der das
ganze Jahr über bei uns zu sehen ist. Im Winter gesellen
sich auch Populationen aus Nord- und Osteuropa dazu. Die
Gäste haben aber meistens eine etwas intensivere
Gefiedertönung. |
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Buchfinkenmännchen im Winter auf Nahrungssuche |
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Wichtige Merkmale
Körpermaße
Länge: 14,5 - 16 cm;
Gewicht: 21 - 25 g
Fortpflanzung
Geschlechtsreife: mit 1 Jahr
Brutzeit: Anfang April bis Mai
Anzahl der Bruten: 1-2
Gelege: 2-6 hellblaue, rosa gewölkt oder gefleckte, einige
kastanienbraune Flecken, Eier
Brutdauer: 10 - 14 Tage, nur das Weibchen brütet;
Nestlingsdauer: 12 - 15 Tage (mitunter auch länger), beide
Partner füttern.
Lebensweise
Verhalten: gesellig, außer zur Brutzeit;
Nahrung: Sämereien, Knospen, Spinnen und Insekten
Verwandte Arten
Nur drei der über 150 Finkenarten gehören zur Gattung
Fringilla: Buchfink, Bergfink und Teydefink, der nur auf den
Kanarischen Inseln anzutreffen ist. |
Buchfinkenpaare leben jeweils für eine Saison
zusammen. Nichtziehende Vögel verpaaren sich im Folgejahr nicht
selten wieder mit demselben Partner. Der Buchfink brütet in ganz
Europa bis auf den höchsten Norden Skandinaviens. Im Osten erstreckt
sich das Verbreitungsgebiet über Israel, den Nordiran, die
Waldsteppen nördlich des Schwarzen Meeres bis zum nördlichen
Kaukasus. In südlicher Richtung kommt der Buchfink auch in den
Sahara-Oasen vor.
Wichtiges Kennzeichen des Buchfinks sind die zwei in beiden
Geschlechtern auftretenden, breiten, weißen Flügelbinden. Im
Prachtkleid bildet die vordere Binde den auffälligen weißen
Schulterfleck. Zudem weisen die beiden äußersten Steuerfedern viel
Weiß auf. Das Männchen im Prachtkleid erkennt man vor allem an der
zimtbraunen Färbung an Kopfseiten und Unterseite, am
kastanienbraunen Vorderrücken sowie grünen Hinterrücken und Bürzel.
Das Weibchen ist eher unscheinbar braun und wie junge Männchen im
1.Winter matter gefärbt, die weißen Flügelbinden sind weniger
auffällig. Am Boden laufen Buchfinken mit raschen Trippelschritten
und nickendem Kopf, auf unebenem Gelände hüpfen sie schnell.
Der Alarmruf, das bekannte ein- oder mehrsilbige "fink", wird von
erregten Vögeln oder beim Auftauchen von Bodenfeinden geäußert. Eine
weitere bekannte Lautäußerung ist das so genannte "Rülschen" (der
Regenruf des Buchfinks). Den kurzen Reviergesang (der
"Finkenschlag") hört man oft schon im Februar.
| Der Buchfink gehört mit zu den drei Finkenarten,
die ihre Jungen mit tierischem Eiweiß füttern. |
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Er hat
ein geselliges Verhalten, außer zur Brutzeit |
Die Nahrung des Buchfinken besteht hauptsächlich aus einer Vielfalt
von Samenkörnern. Mit dem harten Schnabel, einem gerieften Gaumen
und den kräftigen Kiefermuskeln knackt er mühelos zähe Samenhülsen
auf.
Auf dem Speisezettel des Buchfinken steht außerdem noch andere
pflanzliche Nahrung, darunter Äpfel, Blüten, Beeren und Knospen.
Wahrscheinlich frisst er auch mehr Insekten als fast jede andere
Finkenart.
Der Buchfink selbst ist Beutetier für Greifvögel und Eulen, Elstern,
Eichelhäher, Katzen und Marder jagen die Nestlinge.
Im Februar beginnt das Männchen ein Revier abzustecken. Es versucht,
die Aufmerksamkeit eines Weibchens auf sich zu ziehen, indem es sich
ihm in einer seitwärts geneigten Balzstellung nähert.
Ist es erst in das Revier des Männchens gelockt, macht sich das
Weibchen auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz im Gebüsch,
in Hecken oder kleinen Bäumen. Das Nest baut es alleine. Der
zierliche Moosnapf des Buchfinken liegt meist nicht sehr hoch in
einer Astgabel. Das kugelige, oben abgeflachte Nest besteht aus
Grashalmen, Moos, Flechten, Wurzeln und Federn. Innen ist es gut
gepolstert mit feinen Tierhaaren und Federn. Die Außenseite ist
geschickt getarnt mit Flechten, Rindenstücken und Spinnweben. Die
4-6 ovalen, glatten Eiern, sind glänzend hellblau und meist dicht
rosa und bräunlich gefleckt.
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Die Färbung des Weibchens ist eher schlicht,
braungrün, aber hat wie alles seinen Nutzen. |
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Buchfinken-Weibchen |
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Das Paar nistet zwischen Anfang April bis Mai. Nach Ablage der vier
bis sechs Eier brütet das Weibchen elf bis dreizehn Tage lang und
hudert dann die frischgeschlüpften Küken. Die Jungen haben beim
Schlüpfen ein Dunenkleid und sind völlig hilflos. Sie werden von
beiden Eltern gefüttert, die ihnen Insekten direkt in die Schnäbel
stopfen. Nach zwölf bis fünfzehn Tagen sind sie flügge. Bei guten
Bedingungen und ausreichendem Nahrungsangebot können Buchfinken im
gleichen Jahr noch eine zweite Brut aufziehen.
Interessantes &
Wissenswertes
Es kann
vorkommen, dass das Buchfinkenweibchen 1300 mal hin- und
herfliegt, bis das Nest vollendet ist.
Nur drei
Finkenarten füttern ihre Jungen ausschließlich mit Insekten:
Buchfink, Bergfink und Teydefink (kommt nur auf Teneriffa
und Gran Canaria vor). Alle anderen Finken füttern ihre
Jungen mit vorverdauten Samenkörnern oder einer Mischung aus
Samen und Insekten.
Buchfinken sind
Teilzieher, vorwiegend die nordöstlichen Populationen
verlassen ihr Brutgebiet im Herbst und überwintern in Süd-,
Südwest und Westeuropa sowie in Nordafrika und Vorderasien
bis Pakistan.
Häufig ziehen die
Weibchen in andere und oft weiter entfernte Winterquartiere
als die Männchen, überqueren das Mittelmeer aber nicht.
Der Artname
coelebs leitet sich vom Zölibat her. Da die Weibchen
schneller und weiter ziehen als die Männchen, überwintern
diese oft allein in Mitteleuropa.
Die höchsten
Vorkommen liegen mit etwa 2300 Meter in der Schweiz und den
Pyrenäen.
Bevorzugte
Nahrung im Winter sind Bucheckern, daneben wurden allerdings
bis zu 100 unterschiedliche Sämereien nachgewiesen, die oft
auch am Boden unter Futterhäusern aufgenommen werden. |
Hier
können Sie die Stimme des Buchfinken hören
In Bayern ist der Buchfink ein sehr häufiger Brutvogel und nicht
gefährdet. Die bisherigen Veränderungen in der Kulturlandschaft
Bayerns haben jedenfalls keine auffälligen Bestandsänderungen nach
sich gezogen. Der größte Anteil der Wintervögel dürfte nördlicher
und östlicher Herkunft sein. Bisher nahm man an, dass nur ein
geringer Prozentsatz der bayerischen Brutvögel den Winter im Land
verbringt, die meisten nach Südwesten abziehen und männliche
Buchfinken unter den heimischen Überwinterern dominieren, dies sind
Fragen, die noch einer genauen Überprüfung bedürfen.
Ferner gilt immer noch, dass über diesen "Allerweltsvogel"
außerordentlich wenig Details der Brutbiologie aus Bayern bekannt
sind. Vor allem die Frage: Ob es, und in welchem Umfang es zu echten
Zweitbruten kommt.
Der Brutbestand in Bayern beläuft sich auf 1 - 2 Millionen BP.
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Verbreitung des Buchfinken
In ganz Europa, Nordafrika, auf den Azoren, auf Madeira und
den Kanarischen Inseln.
Die in nördlichen und östlichen Regionen brütenden Vögel
verbringen den Winter vielfach im mittleren und südlichen
Europa und im Mittleren Osten. |
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Verbreitungsgebiet des Buchfinken |
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Die weißen Binden unterscheiden den Buchfink von den
meisten anderen Finken. |
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ORDNUNG
Singvögel |
FAMILIE
Finkenvögel |
GATTUNG &
ART
Fringilla coelebs |
Vielen Dank an meine Bildreferenten: Maximilian Dorsch -
Olav Krüger und Raimund Linke.
Die "Vögel des
Jahres seit 1970"
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