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Der Fischadler - seine Majestät unter den Greifvögeln

Der Fischadler ist bekannt für seine beeindruckende Jagdtechnik. Er taucht im Sturzflug ins Wasser und greift mit seinen mächtigen Klauen nach Fischen, die nahe der Oberfläche schwimmen.
 
Fischadler In vielen Regionen wurde er fast bis zur Ausrottung gejagt, anderswo wurde der majestätische Fischadler Opfer der Umweltverschmutzung.

Dank durchgreifender Maßnahmen zu seinem Schutz erholen sich die Bestände in einigen Regionen nach und nach.

Der Fischadler - einziges Mitglied seiner Familie

 

Der schmalflügelige Greifvogel mit der hellen Unterseite ist einmalig. Und so hat man ihn auch allein in eine eigene Familie innerhalb der Ordnung der Greifvögel gestellt. Allerdings ist noch strittig, ob er nicht doch näher mit anderen Arten verwandt ist. Viele seiner Eigentümlichkeiten sind im Zusammenhang mit seiner einmaligen Lebensweise als Fischjäger zu verstehen.
Besondere Körpermerkmale sind die relativ langen Beine zum Eintauchen ins Wasser. Die dornartigen Schuppen an den Füßen und eine äußere Wendezehe helfen, die schlüpfrige Beute zu fassen. Ein dichtes, wie leicht eingeölt wirkendes Gefieder und verschließbare Nasenlöcher erlauben das kurzfristige Eintauchen ins Wasser beim Zugriff auf die Beute.

Klauen

Zum besseren Packen der Beute kann der Fischadler die innere Zehe nach hinten drehen ("Wendezehe").

Die Fischadler brüten in verschiedenen Unterarten auf mehreren Kontinenten (Europa, Asien, Afrika, Australasien und Nordamerika). Im Winter zieht er meistens aus den nördlichen Regionen in gemäßigtere, südliche Breiten. Die in Europa brütenden Vögel ziehen nach Afrika, aus Nordamerika ziehen die Vögel nach Mittel- und Südamerika, und aus Nordasien nach Indien. Die Antarktis ist der einzige Erdteil, in dem es keine Fischadler gibt.

Verbreitungsgebiet des Fischadlers

Ganzjährig     Winterquartier     Brutgebiete

 

Der Fischadler lebt fast ausschließlich von Fischen, (zwischen 150 und etwa 300 g), die er an der Wasseroberfläche fängt. Er fliegt etwa zwanzig bis dreißig Meter über dem Wasser, bis er einen Fisch erspäht. Der Fisch kann den Fischadler wegen dessen heller Unterseite gegen den Himmel kaum wahrnehmen. Die Fische werden im Sturzflug erbeutet, zu dem die Adler aus langsamem Suchflug, Rüttelflug oder auch von einem Baumast am Wasser ansetzen.

Nach einem Sturzflug aus zwanzig bis dreißig Metern Höhe streckt der Fischadler kurz vor der Wasseroberfläche seine Klauen aus. Beim Aufprall auf das Wasser packt er seine Beute mit den Krallen. Sturzflug
 

Fischadler im Beutesturzflug

Der endgültige Zugriff auf die Beute spielt sich in einer so hohen Geschwindigkeit ab, dass erst Auswertung von Filmen und Fotos die Vorgänge deutlich machten. Meist erst in der letzten halben Sekunde vor dem Eintauchen streckt der Fischadler seine gespreizten Füße vor und kann noch wenige Zentimeter über dem Wasser den Beutestoß abbrechen, wenn er sich etwa in Richtung oder Größe des Fisches verschätzt hat. Durch Entspannung des Streckermuskels schnappen die Zehen blitzschnell zusammen und lassen daher auch einem schnellen Fisch dicht unter der Wasseroberfläche keine Chance, zu entkommen. Mitunter tauchen die Vögel sekundenlang ganz ins Wasser ein, ehe sie sich mit kräftigen Flügelschlägen wieder erheben.

Beute

Fischadler greift nach der Beute


Mit etwa drei Jahren werden Fischadler geschlechtsreif. Wahrscheinlich treffen sich auch bei Zugvogelpopulationen die alten Partner wieder am Nistplatz.
Das Nest, nach mehrjähriger Benutzung oft eine gewaltige Burg aus Knüppeln und Zweigen, steht im Norden Europas auf hohen Bäumen, meist nicht weit von einem geeigneten Gewässer als Jagdgrund entfernt. Im Mittelmeerraum auch auf hohe Felsen und sogar am Boden, wenn es dort keine Raubtiere gibt.

Höhe Nach einem Steigflug bis in 300 Meter Höhe, schießt der Fischadler mit angelegten Flügeln herab.

Zur Brutzeit vollführt das Fischadlermännchen auffällige Balzflüge, entweder zum Anlocken eines Weibchens oder zur Festigung der Bindung zur bestehenden Partnerin. Dabei unternimmt das Männchen mit einem Fisch in den Klauen häufig rasante Steigflüge bis in 300 Meter Höhe. Er hält sich kurze Zeit in der Schwebe und schießt mit angelegten Flügeln herab.
Das Weibchen brütet, das etwas kleinere Männchen wacht in Nestnähe und schafft Nahrung herbei. In der Regel besteht das Gelege aus drei cremeweißen, rotgesprenkelten Eiern. Sie werden 38 Tage lang bebrütet und zwar die meiste Zeit vom Weibchen. Bis zum Flüggewerden der Jungen besorgt das Männchen die Fischjagd. Meist bleibt die Familie auch nach dem Ausfliegen der Jungen noch einige zeit zusammen. Die meisten Jungen europäischer Fischadler scheinen im ersten Jahr in Afrika zu bleiben oder ziehen nur bis zum Mittelmeergebiet.

Fische
Gleich zwei auf einmal! Der Fischadler fängt bei einem Stoßflug gelegentlich auch zwei Fische auf einmal. Zum besseren Packen der Beute kann der Fischadler die innere Zehe nach hinten drehen (Wendezehe).

Beobachtungen:

In Deutschland brütet der Fischadler mit etwa 360 Brutpaaren. Davon leben in Mecklenburg-Vorpommern ca. 130 Fischadler Brutpaare wovon allein im Müritz-Nationalpark etwa 50% der Fischadler Brutpaare ansässig sind.
Während des Zuges zwischen den europäischen Brutgebieten und dem Winterquartier in Afrika kann man Fischadler jedoch auch an Gewässern an anderen Orten im Binnenland beobachten. Der Fischadler fliegt mit flachen, leicht anmutenden Flügelschlägen über dem Wasser.
Der mittelgroße Greifvogel ist leicht zu erkennen. Alt- und Jungvogel sind oberseits dunkelbraun und unterseits weiß mit einem braun-schwarzen Brustband. Von der Schnabelwurzel zum Nacken verläuft ein breites Band, der Schwanz ist gerade abgeschnitten.

Greifvogel Körpermaße:
Länge: 55 - 58 cm
Flspw.: 145 - 170 cm
Gewicht: M: 1200 - 1600 g
W: 1600 - 2000 g

Fortpflanzung:
Geschlechtsreife: m. 3-4 Jahren
Brutzeit: Mitte März im Süden - bis Anfang Juni im Norden;
1 Jahresbrut.
Gelege: 2-4 in der Regel 3 Eier
Brutdauer: 34 -40 Tage
Nestlingszeit: 44 -59 Tage
Familienzusammenhalt mindestens 65 - 93 Tage

Situation in Bayern:

Zur Zeit gibt es in Bayern 6 bestätigte Brutpaare. Im 19 Jahrhundert war der Fischadler jährlicher seltener Brutvogel in Bayern. Anfang des 20. Jhs. nur noch unregelmäßiger Brutvogel in einzelnen Brutpaaren. Unbestätigten Meldungen zufolge reichen bis 1955 in Mittelfranken und 1976 in Nordostbayern.
Die erste gesicherte Wiederansiedlung erfolgte 1992 in Nordbayern. Dieses Paar brütet seitdem erfolgreich. 2002 wurden an zwei Nisthilfen in Nordbayern Nestbauaktivitäten festgestellt, zu einer Brut kam es jedoch nicht. Verschiedene Umstände weisen darauf hin, dass in der weiteren Umgebung einer Nisthilfe eine unentdeckte Brut stattfand. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich der Fischadler mit mehreren Brutpaaren wieder dauerhaft in Bayern etabliert. Für eine weitere Besiedlung geeigneter Gebiete sollten dort Überhälter und wipfelgeschädigte Bäume, vor allem Kiefern, für die Nestanlage erhalten werden.
Der Fischadler ist in der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Bayerns als stark gefährdet eingestuft.

Überleben

Die Hoffnung ist groß, dass uns dieser elegante Jäger erhalten bleibt.

Vielen Dank an Raimund Linke, Klingenberg für die sensationellen Bilder.

ORDNUNG
Greifvögel
FAMILIE
Fischadler
GATTUNG & ART
Pandion haliaetus


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 11. Mai 2011 -
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