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Die Libellen des Jahres seit 2011

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), sowie die Fachgesellschaft der Libellenkundler und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) wählten erstmals 2011 die "Libelle des Jahres".


Jahr Libelle wissenschaftlicher Name
2011 Die Feuerlibelle Crocothemis erythraea
2012 Die Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna Cyanea
2013 Die Speer-Azurjungfer Coenagrion hastulatum
2014 Die Kleine Moosjungfer Leucorrhinia dubia
2015 Die Gefleckte Heidelibelle Sympetrum flaveolum
2016 Die Gemeine Binsenjungfer Lestes sponsa
2017 Die Gemeine Keiljungfer Gomphus vulgatissimus
2018 Die Zwerglibelle Nehalennia speciosa
2019 Die Schwarze Heidelibelle Sympetrum danae
2020 Die Speer-Azurjungfer Coenagrion hastulatum
2021 Wanderlibelle Pantala flavescens
2022 Die Kleine Pechlibelle Ischnura pumilio
2023 Die Alpen-Smaragdlibelle Somatochlora alpestris
2024 Die Mond-Azurjungfer Coenagrion lunulatum
2025 Gebänderte Heidelibelle Sympetrum pedemontanum
2026 Die Gemeine Winterlibelle Sympecma fusca



Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist die Libelle des Jahres 2026


Die Gemeine Winterlibelle ist die Libelle des Jahres 2026. Gekürt haben sie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO). Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist - mit ihrer seltenen Schwester, der Sibirischen Winterlibelle - die einzige heimische Libelle, die als erwachsenes Insekt überwintert. Männchen und Weibchen sind fast identisch braun-bronzefarben gefärbt. Damit sind sie im Winter gut getarnt und kaum zu finden. Ihre Flügel legen sie in Ruhestellung über dem Körper zusammen.



Die Gemeine Winterlibelle - hier ein Weibchen - ist die Libelle des Jahres 2026 (Bild: © Michael Frank) Die Gemeine Winterlibelle legt wie die meisten Kleinlibellen, aber anders als die übrigen Arten ihrer Familie, in der Ruhelage ihre Flügel übereinander.
Die Gemeine Winterlibelle - hier ein Weibchen - ist die Libelle des Jahres 2026 Bild: © Michael Frank



Die kalten Monate verbringt die Art an geschützten Orten wie kleinen Lichtungen mit altem Gras oder ausgedehntem Röhricht an naturnahen Gewässern. Je nach Witterung kann sie dann einschneien oder vom Reif überzogen werden. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt wird sie aber wieder mobil und wechselt von Zeit zu Zeit ihren Aufenthaltsort. Erst nach der Überwinterung schreitet sie im März oder April zur Fortpflanzung. Ab Anfang April ist sie als erste Libelle dauerhaft aktiv. Die Gemeine Winterlibelle ist weit verbreitet und profitiert wohl von der Zunahme milder Winter. Ihre Wahl soll darauf aufmerksam machen, dass Libellen auch Landlebensräume nutzen und auf die Vernetzung naturnaher Gewässer angewiesen sind. Libellen leben nicht nur in und an ihren Schlupfgewässern.

Die Paarung der Gemeinen Winterlibelle findet im Frühjahr (April - Mai) an Gewässern statt, nachdem die erwachsenen Insekten überwintert haben.

Im April färben sich die Augen der Männchen strahlend blau und zwischen ihren Flügeln entsteht ein blauer Fleck, der den Weibchen präsentiert wird. Die eigentliche Paarung findet im sogenannten Paarungsrad statt. Die Eiablage erfolgt direkt im Anschluss immer im Tandem, wobei das Männchen mit dem Weibchen verbunden bleibt. Ein Weibchen kann an einem Tag bis zu 350 Eier in Pflanzengewebe ablegen. Das Weibchen bohrt die Eier in zumeist schwimmendes, abgestorbenes Pflanzenmaterial im Flachwasser, von 4 bis 5 Eiern pro Minute. Die Larven schlüpfen nach drei bis sechs Wochen.



Die Flugzeit der Gemeien Winterlibelle erstreckt sich über nahezu des ganzen Jahres, von Juli bis Mai des Folgejahres, da sie ja als erwachenes Insekt (Imago) überwintert.

In einigen Regionen Deutschlands und Österreich gilt die Gemeine Winterlibelle als gefährdet, profitiert allerdings von naturnahen Kleingewässern.
Paarung von der Gemeinen Winterlibelle - Sympecma fusca (Bild: © Michael Frank)
Bild: © Michael Frank Paarungsrad der Gemeinen Winterlibelle



Direkt nach dem Schlupf, aus dem ca. einen Millimeter großen Ei, ist die Larve sehr klein im Vergleich zu anderen Kleinlibellenlarven. Die Farbe der Larven variiert von einem dunklen bis gräulichem Gelbbraun. Mit den verschiedenen Häutungen hellt sich die Farbe zuerst auf und tendiert dann zu grünlich-grau bis durchsichtig. Mit der dritten Häutung treten erstmals Flügelscheiden auf, nach der achten Häutung kommt es dann zur Verwandlung.

Das Habitat der Larven (Gemeinen Winterlibelle) sind stehende Gewässer bis zu einem Meter Tiefe. Allerdings halten sie sich hauptsächlich in Tiefen um die 20 Zentimeter auf. Ist das Gewässer noch flacher, bevölkern sie sonst auf Pflanzenteilen lebenden Larven auch den Gewässergrund. Bei Gewässertiefen um 50 Zentimeter halten sich die Larven gerne in Beständen von Seggen, Binsen auf. Förderlich ist zudem ein lichter Bewuchs etwa mit Schilfrohr. Üblicherweise sind die Gewässer, in denen Larven leben, mäßig nährstoffreich bis nährstoffreich. Hier treten die Larven als räuberische Jäger auf. Vor allem werden kleine Wassertiere und Insektenlarven erbeutet. Junge Larven ernähren sich zunächst von winzigen Organismen: Wasserflöhe und Einzeller.

Zur Imaginalhäutung wählt die Gemeine Winterlibelle Orte bis zu 35 Zentimeter - Ausnahmen bis zu 80 Zentimeter - über der Wasseroberfläche, die vormittags zur Hauptschlupfzeit gut besonnt sind.


Ordnung Unterordnung Überfamilie Familie Gattung Art
Libellen Kleinlibellen Lestoidea* Teichjungfern Winterlibellen Gemeine Winterlibelle
*Die Überfamilie Lestoidea, bezeichnet in der Systematik der Libellen eine Überfamilie der Kleinlibellen. Im Deutschen werden sie auch als Teichjungfernartige bezeichnet. Hierzu gehören weltweit verbreitete Familien wie die Teichjungfern und Binsenjungfern.
Das altgriechische Wort lestes bedeutet "Räuber" oder "Beutegreifer". Die Endung oides bedeutet "artig" oder "ähnlich". Übersetzt bedeutet Lestoidea, so viel wie "die Räuberartigen".


Die Gemeine Winterlibelle ist in Österreich vor allem in den wärmeren Tieflagen (etwa in den Tieflagen Kärtens) verbreitet. Die Art gilt laut dem Naturschutzbund Österreich als "gefährdete Art".

In der Schweiz ist die Gemeine Winterlibelle weit verbreitet und gilt auf der Roten Liste der Libellen des BAFU, als "nicht gefährdet" (LC). Die Art besiedelt vor allem die Niederungen und das Schweizer Mittelland in Höhenlagen zwischen 400 und 500 Metern. Vorkommen sind bis auf eine Höhe von ca. 950 Metern nachgeweisen.

Der wissenschaftliche Name Sympecma fusca bedeutet übersetzt in etwa "die zusammengepresste Dunkle" und beschreibt das Aussehen der Gemeinen Winterlibelle.

Der Gattungsname Sympecma leitet sich aus dem Griechischen ab und bezieht sich darauf, dass die Libelle im Ruhezustand ihre Flügel nah beieinander, angelegt, an den Körper hält.

Der Artname fusca kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "dunkel" oder "bräunlich", was die unauffällige, gedeckte Färbung des Körpers beschreibt.


Herzlichen Dank an Frau Dorothée Quarz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Berlin, für den Pressetext, sowie die Erlaubnis die Bilder von Herrn Michael Frank veröffentlichen zu dürfen.



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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 10. September 2026 -
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