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Die Höhlentiere des Jahres seit 2009

Der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher wählte erstmals ein "Höhlentier des Jahres.

Jahr Höhlentiere wissenschaftlicher Name
2009 Höhlenflohkrebs Niphargus spec.
2010 Die Zackeneule Scoliopteryx libatrix
2011 Das Große Mausohr Myotis myotis
2012 Die Große Höhlenspinne Meta menardi
2013 Die Höhlenpilzmücke Speolepta leptogaster
2014 Die Höhlenwasserassel Proasellus cavaticus
2015 Die Keller-Glanzschnecke Oxychilus cellarius
2016 Das Höhlenlangbein Amilenus aurantiacus
2017 Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe Diphyus quadripunctorius
2018 Der Schwarze Schnurfüßer Tachypodoiulus niger
2019 Die Gemeine Höhlenstelzmücke Limonia nubeculosa
2020 Die Mauerassel Oniscus asellus
2021 Der Höhlen-Raubkäfer Quedius mesomelinus


Der Höhlen-Raubkäfer ist das "Höhlentier des Jahres 2021".


Das Internationale Jahr für Höhlen und Karst in 2021 soll mit einer Reihe öffentlichkeitswirksamer Aktionen auf die Schutzwürdigkeit der Karstlandschaften und ihrer vielfältigen Karsterscheinungen aufmerksam machen. Eine dieser Aktionen ist die Auswahl eines internationalen "Höhlentier des Jahres". Hierzu wurde die Gruppe der Höhlenkäfer ausgewählt, aus der jedes teilnehmende Land eine regional vorkommende cavernicole Käferart auswählen und dieses der Öffentlichkeit und den Behörden als "Höhlentier des Jahres" präsentieren kann. Mit der Wahl des Höhlen-Raubkäfers will der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.


Der Höhlenraubkäfer (Quedius mesomelinus) ist das Höhlentier des Jahres 2021 (Bild: Klaus Bogon, Sontra) Der Höhlen-Raubkäfer kann eine Länge von 7 bis 11 mm erreichen.

Er lebt am Boden im Laub, unter Steinen, an Höhlenwänden, an Totholz oder an Fledermaus-Guano, bis weit in die Tiefenregion.
Der Höhlen-Raubkäfer (Quedius mesomelinus) ist das Höhlentier des Jahres 2021 Bild: Klaus Bogon, Sontra


Der Höhlen-Raubkäfer (Quedius mesomelinus) wurde im Jahr 1802 vom britischen Entomologen Thomas Marsham für die Wissenschaft beschrieben. Die Art gehört zur Familie der Kurzflügelkäfer (Staphylinidae). Als gemeinsames Merkmal besitzen Kurzflügelkäfer einen langgestreckten Körper mit verkürzten Flügeldecken (Elytren), so dass der Hinterleib weitgehend unbedeckt bleibt. Höhlen-Raubkäfer werden ganzjährig in Naturhöhlen, Bergwerkstollen und Felsenkellern gefunden, wo sie regelmäßig auch feste Populationen bilden. Diese Tatsache führte dazu, dass diese Käferart zum "Höhlentier des Jahres 2021" gewählt wurde. Der Kurzflügelkäfer steht für eine große Zahl von Tieren, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind.


Lebensraum Höhle

Für Lebewesen sind Höhlen ganz besondere Orte. Am auffälligsten ist das Fehlen der Sonne.
Was zunächst als Nachteil erscheint, hat auch Vorteile:

Es besteht keine Gefahr von Verbrennung oder Austrocknung. Eine Tarnung wird überflüssig.

Höhlentiere müssen sich weder auf eine Tag-Nacht- noch auf einen jahreszeitlichen Rhythmus einstellen, außer das Nahrungsangebot hängt davon ab.

Es herrschen konstante Temperaturen und es besteht keine Gefahr von Erfrierungen.

In unseren Breiten ist als Nachteil das knappe Nahrungsangebot zusehen. Dies wird durch geringe Körpergröße, langsame Bewegung und Herabsetzen des Stoffwechsels ausgeglichen.

Höhlentiere reagieren extrem sensibel auf Veränderungen: Entsprechend muss auf den Schutz der unterirdischen Lebensräume noch stärker geachtet werden.


Die Flügeldecken des Höhlen-Raubkäfers sind schwarz-glänzend, punktiert. Darunter befinden sich die stark zusammengefalteten Flügel. Die Beine und die Fühler sind etwas heller als der restliche Körper. Höhlen-Raubkäfer werden bis 11 mm lang und leben räuberisch von verschiedenen wirbellosen Arten. Ihre Nahrung erbeuten sie regelmäßig in sich zersetzendem organischen Material wie Totholz oder Dung. Hier jagen sie beispielsweise nach Insektenlarven, kleinen Fluginsekten und Springschwänzen. Auch Pilzgeflecht dient ihnen als Nahrungsquelle.


In Europa ist die Art weit verbreitet und überall häufig. Sie wurde zudem nach Kanada, Grönland und in die Antarktis verschleppt. Höhlen-Raubkäfer gelten als kältetolerant und sind auch in der Nähe des Menschen anzutreffen (Bild: Klaus Bogon, Sontra)
Bild: Klaus Bogon, Sontra Höhlen-Raubkäfer gelten als besonders kältetolerant und sind auch in der Nähe von Menschen anzutreffen.


Die Tiere sind in der Streulaubschicht von Waldgebieten, in Kleinsäugerbauten und in unterirdischen Lebensräumen wie Höhlen, Kellern oder Stollen ganzjährig zu finden. Die Art gilt als besonders kältetolerant. Die ebenfalls räuberisch lebenden Käferlarven verpuppen sich zu einer dunkelgelben bis rötlich-braunen, etwa 6 mm langen Puppe. In Höhlen findet man den Höhlen-Raubkäfer am Boden im Laub, unter Steinen, an Höhlenwänden, an Totholz oder an Fledermaus-Guano, bis weit in die Tiefenregion. Der Käfer ist in Europa, Asien und Nordafrika weit verbreitet. Er wurde in Grönland, Nord- und Südamerika sowie in der australischen Region durch den Menschen eingeschleppt. In Mitteleuropa ist er vor allem im Bergland zu finden.


Leben in Höhlen

Derzeit sind in Deutschland ca. 3000 verschiedene Tierarten in Höhlen dokumentiert.
Viele davon gelangen zufällig in Höhlen. Man bezeichnet sie als Höhlengäste (eutrogloxen).
Andere suchen Höhlen zu bestimmten Jahreszeiten auf (z.B. Fledermäuse). Sie sind subtroglophil.
"Höhlenliebende" Tiere (eutroglophil) bilden sowohl unterirdisch, als auch oberirdisch stabile Populationen aus.
Die interessantesten sind die sogenannten "echten" Höhlentiere (eutroglobiont), die ausschließlich unterirdisch leben und sich dieser Lebensweise angepasst haben, z.B. durch Rückbildung von Augen und Hautpigment.



Unterfamilie Tribus * Gattung Art
Kurzflügler Staphylinini Quedius Höhlen-Raubkäfer

* In der Biologie eine zwischen Gattung und Unterfamilie gelegene Rangstufe der klassischen Systematik.


Herzlichen Dank an Frau Bärbel Vogel, Vorsitzende des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. (VdHK), Nesselwang, für die Übermittlung des Pressetextes und die Möglichkeit die Bilder vom "Höhlentier des Jahres 2021" von Herrn Klaus Bogon, Sontra, veröffentlichen zu dürfen.


Möchten Sie mehr vom Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher wissen: Das können Sie, wenn Sie hier klicken: www.hoehlentier.de


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- letzte Aktualisierung: Montag, 21. Juni 2021 -
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