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Die Tiere des Jahres seit 1992

Urheber dieser Proklamation ist die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) e.V., welche die Vergabe seit 1992 vergibt. Die Wahl solle auf große Tierarten aufmerksam machen, die "auf natürlichem Wege in ihre deutsche Heimat zurückkehren".
In den vergangenen Jahren waren das:

Jahr Wildtier wissenschaftlicher Name
1992 Die Fledermaus Rufigolaris
1993 Die Wildkatze Felis silvestris
1994 Der Rothirsch Cervus elaphus
1995 Der Apollofalter Parnassius apollo
1996 Der Feldhamster Cricetus cricetus
1997 Der Alpensteinbock Capra ibex
1998 Die Gelbbauch- und Rotbauchunke Bombina bombina u. B.variegata
1999 Der Fischotter Lutra lutra
2000 Die Äskulapnatter Elaphe longissima
2001 Der Feldhase Lepus capensis
2002 Das Rotwild Cervus elephus
2003 Der Wolf Canis lupus
2004 Der Siebenschläfer Glis glis
2005 Der Braunbär Ursus arctos
2006 Der Seehund Phoca vitulina
2007 Der Elch Alces alces
2008 Der Wisent Bison bonasus
2009 Der Igel Erinaceus europaeus
2010 Der Dachs Meles meles
2011 Der Luchs Lynx lynx

Der Luchs ist das "Wildtier des Jahres 2011"

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi), Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt, hat den Luchs zum "Wildtier des Jahres 2011" gekürt.

Der letzte Harzluchs starb am 17.März 1818. Elf Tage lang hatten ihn fast 200 Jäger und Treiber über Berg und Tal gehetzt. Schließlich schoss einer der Häscher dem Luchskater "mit sicherer hand eine Flintenkugel ächtmeisterlich durch das Herz", heißt es in einem zeitgenössischen Bericht. Ein Schicksal, dem in Deutschland kein einziger seiner Artgenossen entging: Im Jahre 1900 war die als Wilddieb und Viehräuber gefürchtete Großkatze bei uns ausgerottet.

Der Eurasische Luchs oder Nordluchs (Lynx lynx) ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Im deutschen Sprachgebrauch ist mit "Luchs" fast immer diese Art gemeint. Nach dem Bären und dem Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist.
Ähnlich wie Braunbär und Wolf war auch der Eurasische Luchs über viele Jahrzehnte starker Verfolgung ausgesetzt. nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa verschwunden war, wanderten die Wildkatzen ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurden auch gezielt wieder angesiedelt. Heute sind unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald, der Böhmer Wald und der Spessart von Luchsen besiedelt. In vereinzelten Gebieten erreicht der Luchs sogar wieder seine maximale Siedlungsdichte.
 
Der Luchs - Tier des Jahres 2011 (Bildreferent: Naturfoto Lutz Gerken) Der Luchs ist aufgrund seiner Adleraugen, seines ausgezeichneten Hörsinns und seiner großen kräftigen Pfoten ein erfolgreicher Jäger. Er lebt in felsigen Waldgebieten, inzwischen erfreulich auch wieder bei uns.

Tagsüber ruht der Luchs zwischen Felsen, bevor er nachts auf die Jagd geht.

 

Das europäische Verbreitungsgebiet des Luchses reichte noch zu Beginn der Neuzeit von den Pyrenäen in einem breiten Gürtel bis zum Ural. Der fehlte auf Island, den Britischen Inseln, den Mittelmeerinseln.

Zwischen 1918 und etwa 1960 war der Luchs in Westeuropa weitgehend ausgerottet. In großen Teilen Nord-, Ost-, und Südosteuropa konnte sich die Art jedoch halten, ausgehend von Populationen aus Tschechien wurde Deutschland wieder besiedelt. Vermutlich aus Tschechien waren 1950 einzelne Luchs in den Bayerischen Wald eingewandert. 1962 gab es die ersten gesicherten Hinweise auf Luchse im Elbsandsteingebirge und 1969 wurden erstmals wieder Luchse in der Dübener Heide nördlich von Leipzig beobachtet.

Luchse sind scheue Einzelgänger, die dem Menschen aus dem Weg gehen. Ihre erbeutete Nahrung besteht hauptsächlich aus Hasen, Kaninchen, Füchse und vor allem Rehe und junge Hirsche, an die sie sich im Schutz von Bäumen und Büschen bis auf 20 Meter heranpirschen. Luchse beanspruchen ein großes Revier, zwischen 100 bis 400 Quadratkilometern, deren Grenzen sie vehement gegen Konkurrenz verteidigen.
Der Luchs begnügt sich für die Jagd und Paarung mit einem Landschaftsmix aus Wald, Feld und Wiese. Als Rückzugsgebiet benötigt er allerdings geschlossene Wälder, wo er sich in windgeschützten Felsspalten oder in hohlen Bäumen seine Ruhelager einrichtet. Dies findet er in Deutschland vor allem in unseren Mittelgebirgen, wie: Harz, Rothaargebirge, Thüringer Wald, Erzgebirge und Schwarzwald. Aber auch die großen Waldgebiete des Spessarts könnte dauerhaft besiedelt werden.

Die meiste Zeit lebt der Luchs als Einzelgänger. Das Männchen verlässt jedoch ab Februar sein gewohntes Revier und sucht sich eine Partnerin. Zu dieser Zeit äußert das sonst ruhige Tier häufig einen durchdringenden Schrei, der in einem langgezogenen Jaulen endet. Jetzt kommt es auch zu Kämpfen mit anderen Männchen.
Das Weibchen wirft zwischen Mai und Juni bis zu vier Junge. Sie richtet sich dazu ein Lager in einer Felsspalte, unter einem Felsvorsprung, in einem hohlen Baum oder im dichten Gebüsch her.
Die behaarten, blinden und hilflosen Jungen entwickeln sich recht langsam, öffnen die Augen mit 14 Tagen und trauen sich zum ersten Mal mit etwa fünf Wochen aus der Höhle. Mit zwei Monaten sind sie entwöhnt, bleiben jedoch noch bei der Mutter, von der sie bis zum nächsten Frühling auch das Jagen lernen.
Der Luchs - Teil unserer Natur (Bildreferent: Naturfoto Lutz Gerken)
 

Die Jungen könnten ihren ersten Winter ohne die Mutter nicht überleben.

Wichtige Merkmale:

Länge: 70 - 110 cm; Männchen größer als Weibchen.
Schulterhöhe: 50 - 75 cm.
Schwanzlänge: 15 - 25 cm.
Gewicht: 15 - 38 kg.

Geschlechtsreife: mit 1,5 bis 2 Jahren.
Paarungszeit: Februar - März.
Trächtigkeitsdauer: 65 bis 74 Tage.
Wurfgröße: bis zu 4, in der Regel 1 oder 2 Junge.

Verhalten: einzelgängerisch.
Nahrung: Säugetiere, wie Hasen, Kaninchen, Füchse und vor allem Rehe. Außerdem Hühnervögel.
Lebenserwartung: 10 - 20 Jahre.

Verwandte Arten: der in Südeuropa heimische Pardelluchs (Lynx pardinus) ist nah verwandt. Ebenso der in Nordamerika vorkommende Kanadaluchs (Lynx canadensis.)

Wissenswertes & Interessantes:

In prähistorischer Zeit war der Luchs auch auf den Britischen Inseln verbreitet. Man nimmt an, dass er dort bereits von jungsteinzeitlichen Jägern ausgerottet wurde.
Der lateinische Name des Luchses, Lynx, kommt vom griechischen Lygx, möglicherweise aus "lenkos" das bedeutet leuchtend, wegen der sprichwörtlichen scharfen Augen.
Der Deutsche Name "Luchs" kommt vom Altdeutschen "luhs" das bedeutet Funkeln, gemeint sind die bernsteingelben Augen.
Der Luchs ist bekanntlich ein sehr guter Schwimmer, ein ausgesprochen guter Kletterer und ein unermüdlicher Läufer, dafür aber kein ausdauernder Sprinter.
Um einen Hühnervogel beim Abflug zu erwischen, kann der Luchs aus dem Stand bis zu zwei Meter hoch springen.

Die Wiedereinbürgerung des Luchses mit dem rötlichbraun gesprenkelten Fell in Deutschland ist umstritten. Ein erwachsener Luchs, etwa so groß wie ein Schäferhund und um die 25 Kilo schwer, frisst im Schnitt ein Reh pro Woche. Damit spielt der Luchs eine wichtige Rolle im ökologischen System. Ich weiß, dass ich kaum einmal einen Luchs in freier Wildbahn sehen werde, aber ich würde mich riesig darüber freuen, wenn diese hochbeinige Raubkatze mit ihren gelb funkelnden Augen und dem Stummelschwanz wieder durch unsere Wälder streifen würde. Wir haben sie bei uns ausgerottet, wir sollten jetzt dafür sorgen, dass ihr ein Überleben in unserer Natur möglich ist.

ORDNUNG FAMILIE GATTUNG & Art
Raubtiere Katzenartige Lynx lynx



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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 27. Juli 2011 -
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