Die Streuobstsorten des Jahres alle Arten seit 1999
Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg
e.V. bemüht sich seit 1999 um die gefährdete Streuobstsorte des Jahres.
Streuobstbau bedeutet heutzutage Hochstamm-Obstbau (Beginn der
Äste ab 1,80 Meter Stammhöhe) ohne Verwendung von synthetischen
Behandlungsmitteln wie Mineraldünger oder Pestizide.
Die Vielfalt der Obstsorten und die noch zahlreichere Vielfalt lokaler
Obstsorten (über 3000 in Deutschland, ca. 30.000 in Europa) ist
charakteristisch für den Streuobstbau. Streuobstwiesen bieten über 5000
Tierarten eine Heimat, eine biologische Vielfalt, die ohne den
Streuobstwiesen verloren geht.
| Jahr |
Obstsorte |
| 1999 |
Karcherbirne |
| 2000 |
Brennkirsche Dolleseppler |
| 2001 |
Rote Sternrenette |
| 2002 |
Sülibirne |
| 2003 |
Dattelzwetsche |
| 2004 |
Luikenapfel |
| 2005 |
Palmischbirne |
| 2006 |
Danziger Kantapfel |
| 2007 |
Unterländer Kirsche |
| 2008 |
Wilde Eierbirne |
| 2009 |
Die Esslinger Scheckenkirsche |
| 2010 |
Kleiner Fleiner |
| 2011 |
Birne Herzogin Elsa |
| 2012 |
Rosenapfel vom Schönbuch |
Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden
Württemberg hat die "Birne Herzogin Elsa" zur
regionalen "Streuobstsorte des Jahres 2011" gekürt.
Die Birne Herzogin Elsa wurde 1885 durch das Pomologische Institut
in Reutlingen in den Handel eingeführt.
 |
Herzogin Elsa stellt keine besonderen Ansprüche an den
Standort, allerdings steigt auf besseren Böden die
Fruchtqualität.
Auch wenn die Sorte wärmere Lagen bevorzugt, gedeiht Herzogin
Elsa noch in raueren Lagen.
Die Fruchtbarkeit setzt früh ein und kann als gut bis sehr gut
bezeichnet werden.
Insgesamt ist Herzogin Elsa wenig anfällig für Krankheiten und
Schädlinge, auf längere Trockenheit reagiert sie allerdings
empfindlich.
Die Frucht ist für den Hausgarten gut geeignet. |
|
Streuobstsorte des Jahres 2011 - Birne Herzogin Elsa |
|
Herkunft: Züchtung des Hofgärtners Müller, Schloss
Wilhelma bei Cannstadt (Stuttgart). 1885 durch das Pomologische Institut
in Reutlingen in den Handel eingeführt.
Baum: Wuchs mittelstark, anfangs stärker, später oft
schwach. Die Krone wird nicht sehr groß, anfangs aufrecht, später mehr
breit und hängend wachsend. Die Fruchtzweige sind kurz mit viel
Quirlholz. Der Baum neigt relativ schnell zum Vergreisen, rechtzeitige
Verjüngung ist wichtig.
Blüte: Die Blüte ist mittelfrüh und wenig empfindlich
gegen Nässe und Frost.
Frucht: Der Stiel an der Frucht ist leicht gebogen,
mittellang bis lang, holzig, in flacher Vertiefung und oft etwas
seitlich stehend oder mit einem Fleischring umgeben.
Die Fruchtschale ist grünlich bis blassgelb, später reingelb, etwas rau
und großenteils mit feinem, zimtfarbenem, zuweilen gröberem und dann
grauem Rost bedeckt, Sonnenseite schön gerötet, manchmal rot gestreift,
mit vielen weißlichen, oft durch Rost überdeckten Punkten.
Das Fruchtfleisch ist schmelzend bis halb schmelzend, bei anhaltender
Trockenheit auch etwas körnig. Ansonsten schmeckt die Frucht saftig, süß
und fein gewürzt.
Pflückreife: Von Mitte September bis Anfang Oktober sind
die Früchte pflückreif. Da sie schnell teigig werden, müssen sie ca. 5
Tage vor der Vollreife geerntet werden.
Verwendung: Die Haltbarkeit (Lagerung) beträgt etwa zwei
Wochen. Herzogin Elsa ist daher für die Selbstversorgung als Tafelbirne,
aber auch als Kompott, Saft oder zum Einmachen gut geeignet.
Wissenswertes: Die Herzogin Elsa ist für den
Liebhaber sowohl, wie für den Spekulanten, gleich wertvoll und nachdem
sie jetzt zur Genüge erprobt ist, rate ich allen denjenigen, welche sie
noch nicht besitzen, sie vertrauensvoll in ihre Anpflanzungen
aufzunehmen.
(Nicolas Gaucher, Pomologie)
Vielen Dank an den Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft
Baden-Württemberg e.V. (LOGL), Frau Regina Müller, für den gelieferten
Text von Herrn Rolf Heinzelmann, LOGL und das zur Verfügung
gestellte Bild.
zurück
|