Das Moos des Jahres seit 2005
Erstmals hat die Bryologischlichenologische
Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) für 2005 ein Moos des Jahres
gewählt. Die Entscheidung fiel dabei auf das Silber-Birnmoos.
Für die Jahre sind dies:
| Jahr |
Reptil - Amphibie |
wissenschaftlicher Name |
| 2005 |
Das Silber-Birnmoos |
Bryum argenteum |
| 2006 |
Das Quellmoos |
Fontinalis antipyretica |
| 2007 |
Das Polsterkissenmoos |
Grimmia pulvinata |
| 2008 |
Das Hübsche Goldhaarmoos |
Orthotrichum pulchellum |
| 2009 |
Das Graue (Gemeine) Weißmoos |
Leucobryum glaucum |
| 2010 |
Das Gemeine Widertonmoos |
Polytrichum commune |
| 2011 |
Das Tännchenmoos |
Thuidium abietinum |
| 2012 |
Das Grüne Koboldmoos |
Buxbaumia viridis |
Das "Tännchenmoos" oder "Tannenmoos" ist Moos des Jahres 2011.
Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa
(BLAM) hat das Tännchenmoos oder auch Tannenmoos zum Moos des Jahres 2011
gewählt.
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Pflanzen im feuchten Zustand.
Erinnert entfernt an einen Tannenzweig, daher auch der Name. |
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Das
Tännchenmoos - ist das Moos des Jahres 2011 |
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Das Tännchenmoos oder Tannenmoos ist eine charakteristische Art
wärmegetönter kalk- oder basenreicher Trocken- und Halbtrockenrasen. Als
solche tritt es gelegentlich zusammen mit der Flechte des Jahres auf,
hat jedoch eine wesentlich weitere ökologische Amplitude. (D.h.
hier wird die Fähigkeit einer Art beschrieben, Schwankungen von
Umweltfaktoren bei gleichzeitiger Einwirkung von Konkurrenz innerhalb
eines Toleranzbereiches zu ertragen, darüber hinaus zu gedeihen.) Es kann sich
auch in mehr oder weniger geschlossenen Halbtrockenrasen halten, wo es
zusammen mit anderen Moosen ausgedehnte Bestände unter der Kraut- und
Grasschicht bildet.
Die Art ist auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet und findet sich
auch noch, trotz ihrer Vorliebe für Wärmegebiete, hoch im Norden Europas
auf Spitzbergen.
Den Namen Tännchenmoos verdankt die Art ihrem gefiederten Aufbau, der
entfernt an den Zweig einer Tanne erinnert. Durch die einfach Fiederung
unterscheidet sie sich von anderen Arten der Gattung, die teils in
ähnlichen Lebensräumen, teils in Wäldern vorkommen.
Thuidium abietinum (synonym: Abietinalla abietina) und ihre Begleiter
kommen in den Kalkgebieten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz
noch regelmäßig und in größeren Populationen vor. Wie andere Arten der
Trocken- und Halbtrockenrasen ist es jedoch durch Lebensraumverluste
seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.
| Pflanzen im trockenen Zustand. |
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Das
Tännchenmoos bereits eine Rote-Liste-Art |
In der Roten Liste Deutschlands wird die Art auf der Vorwarnliste
geführt, in den Roten Listen vor allem der nördlichen Bundesländer auch
als "gefährdet" oder "stark gefährdet". In der Schweiz und in Österreich
gilt sie nicht als gefährdet. Faktoren, die zum Rückgang der Art
beitragen, sind einerseits das Brachfallen und die Verbuschung von
Halbtrockenrasen, andererseits ihre Umwandlung in ertragreiche Mähwiesen
durch Düngung. Dass diese Tendenzen in der Landwirtschaft unvermindert
anhalten (Aufgabe von unrentablen Wiesen, starke Intensivierung auf
günstig gelegenen Flächen), lässt für das Tännchenmoos nichts Gutes
erwarten.
Immerhin sind die Kalk-(Halb-) Trockenrasen als Lebensraumtyp 6210 in
den Anhang der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der Europäischen Union
aufgenommen worden, was für die Mitgliedsstaaten eine Verpflichtung zu
ihrem Erhalt bedeutet.
Auf Renaturierungsmaßnahmen reagiert die Art ausgesprochen positiv: nach
Entbuschungen und darauffolgender Mahd oder Beweidung stabilisieren sich
die Bestände schnell und dauerhaft.
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Auf Renaturierungsmaßnahmen spricht das Tännchenmoos gut
an. |
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Bestände
können sich schnell wieder stabilisieren |
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Auch bei der Wiederherstellung von Kalkmagerrasen (etwa auf
abgeschobenen ehemaligen Ackerflächen) lässt sie sich gut durch
Mähgutübertragung von intakten Magerrasen ansiedeln, wenn die Böden nur
nährstoffarm genug sind.
Herzlichen Dank an die Bryologisch-lichenologische
Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V., besonders Herrn Wolfgang von
Brackel, für den Pressebericht, den
Bildreferenten Wolfgang von Brackel und Michael Lüth für die Bilder.
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