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Die Libellen des Jahres seit 2011

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), sowie die Fachgesellschaft der Libellenkundler und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) wählten erstmals 2011 die "Libelle des Jahres".

Jahr Libelle wissenschaftlicher Name
2011 Die Feuerlibelle Crocothemis erythraea
2012 Die Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna Cyanea

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist die Libelle des Jahres 2012.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer wurde vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) zur Libelle des Jahres 2012 gekürt.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist die Libelle des Jahres 2012 (Bildreferent: Falko Heidecke)

Zuordnung
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Gattung: Mosaikjungfern (Aeshna)
Art: Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Sie kommt oft auch an Gartenteichen zu Besuch

 

Mit dieser Wahl macht die Jury auf eine der häufigsten Edellibellen hierzulande aufmerksam. Da sich diese Art sehr gut beobachten lässt und uns Menschen oft sehr nahe kommt, soll die Wahl dieser Art dazu beitragen, auf diese faszinierende Insektengruppe aufmerksam zu machen und Vorurteile gegen die fliegenden Edelsteine abzubauen. Denn leider hält sich hartnäckig die Mär, dass Libellen stechen. Sie haben aber weder einen Stechrüssel noch einen Giftstachel - Libellen können nicht stechen!

Die Blaugrüne Mosaikjungfer kommt an nahezu allen Gewässern vor. Die Tiere erreichen die beachtliche Größe von bis zu 80 mm, ihre Flügelspannweite beträgt bis zu 100 mm. Die Flugzeit der blaugrünen Mosaikjungfer erstreckt sich von Juli bis Oktober. Die Art stellt geringe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie besiedelt stehende Gewässer, dazu gehören neben Waldweiher, natürlichen Tümpeln und Fischteichen auch Gartenteiche und zuweilen Regentonnen. Ein naturnaher Teich im Kleingarten und ein Parkteich in der Stadt reicht der Art bereits um sich zu vermehren.

Die Blaugrünen Mosaikjungern gehören zu unseren häufigsten Großlibellen. Sie sind in großen Teilen Europas sowie in Nordwestafrika weit verbreitet. Die Art gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Dennoch stellt der zunehmende Verlust geeigneter Lebensräume für viele Libellenarten eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Blaugrüne Mosaikjungfern sind ausdauernde Jäger (Bildreferent: Falko Heidecke)
 

Unausgefärbte Mosaikjungfer - die Flecken sind noch blau

Die Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer stechen die Eier in treibende Holzstückchen, in Baumstämme und Uferbereiche nahe dem Wasserspiegel ein. Die Eier überwintern. Die Larven leben ein bis zwei Jahre im Gewässer und überwintern ebenfalls dort. Die ausgewachsene Larve kriecht an Pflanzen aus dem Wasser und aus ihr schlüpft die erwachsene Libelle.

..wo sie in geringer Höhe fliegend nach Beute jagen (Bildreferent: Falko Heidecke)

Die ausgefärbten Männchen sind dank der typischen Brustzeichnung (die Oberseite trägt ein Paar großer, ovaler, grüner Flecken) und der grünen Flecken auf der Rückenseite der Hinterleibsringe 1 - 7 nicht zu verwechseln.

Man kann sie auch weit vom Wasser entfernt auf Waldlichtungen antreffen...

 

Die Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer kann man häufig bei ihren "Patrouillienflügen" beobachten. Die Tiere fliegen im wiederkehrenden Rhythmus das Ufer auf und ab und halten dabei Ausschau nach Beute, Rivalen und nach Weibchen. Dabei nähern sie sich dem Beobachter oft bis auf wenige Zentimeter. Die Reviere werden von den Männchen nur für eine kurze Zeit besetzt, dann aber heftig gegen Artgenossen verteidigt. Nach einigen Stunden verschwindet der Revierbesitzer und sucht sich ein neues Revier.

Ein Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer frisch geschlüpft, mit Larvenhaut.

Sie stellt keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum (Bildreferent: Falko Heidecke)
 

Auch naturnahe Gartenteiche werden von ihr besiedelt

Bei der Suche nach Gewässern mit attraktiven Revieren legen die Blaugrünen Mosaikjungfern oft weite Strecken zurück und können so auch immer wieder neue Gewässer für sich erschließen. Der Name der Blaugrünen Mosaikjungfer leitet sich von ihrer Färbung ab: Der Brustabschnitt der Tiere weist eine gelb-grüne Färbung mit schwarzer Zeichnung auf. Außerdem finden sich hier zwei ovale, grün gefärbte Bereiche. Der Hinterleib der männlichen Tiere ist schwarz und zeigt im vorderen Teil grüne Flecken, welche am Hinterleibsende in blaue Flecken übergehen. Blaue Flecken finden sich bei den Männchen außerdem an den Seiten des Hinterleibes. Im Gegensatz dazu zeigen die Weibchen durchgängig einen braunschwarz-grün gezeichneten Hinterleib.

Der Verlust geeigneter Lebensräume stellt auch für sie eine Bedrohung dar (Bildreferent: Günter J. Loos)

Immer noch weit verbreitet, dass Libellen stechen können. Das ist falsch! Sie haben weder Stechrüssel noch Giftstachel, deshalb können Libellen nicht stechen.

Sie stellt nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum

 

Blaugrüne Mosaikjungfern sind ausdauernde Jäger. Dabei fliegen sie oft längere Zeit in Bodennähe auf und ab. Zum Jagen entfernen sie sich oft vom Gewässer und durchstreifen nahegelegene Wälder und Waldlichtungen. Ihre Beute, andere Insekten, greifen sie im Flug. Auch die Larven ernähren sich räuberisch, unter anderem von Wasserflöhen und vielen Mückenlarven.


Herzlichen Dank an Frau Nehle Hoffer, BUND-Libellenexpertin für den Pressetext, sowie die Erlaubnis die Bilder von Herrn Falko Heidecke und Günter J. Loos veröffentlichen zu dürfen.


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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 21. Februar 2012 -
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