HW4
Greifvögel
Streuobst
Biotoppflege
Ornithologie
Insekten
Sie sind hier: Insekten > Höhlentier des Jahres

 

Die Höhlentiere des Jahres seit 2009

Der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher wählte erstmals ein "Höhlentier des Jahres.

Jahr Höhlentiere wissenschaftlicher Name
2009 Höhlenflohkrebs Niphargus spec.
2010 Die Zackeneule Scoliopteryx libatrix
2011 Das Große Mausohr Myotis myotis
2012 Die Große Höhlenspinne Meta menardi
2013 Die Höhlenpilzmücke Speolepta leptogaster
2014 Die Höhlenwasserassel Proasellus cavaticus
2015 Die Keller-Glanzschnecke Oxychilus cellarius
2016 Das Höhlenlangbein Amilenus aurantiacus
2017 Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe Diphyus quadripunctorius
2018 Der Schwarze Schnurfüßer Tachypodoiulus niger
2019 Die Gemeine Höhlenstelzmücke Limonia nubeculosa
2020 Die Mauerassel Oniscus asellus

Die Gemeine Höhlenstelzmücke ist das "Höhlentier des Jahres 2019".


Die Gemeine Höhlenstelzmücke (Limonia nubeculosa) wurde vom deutschen Entomologen Johann Wilhelm Meigen erstmals im Jahr 1804 beschrieben. Die Tiere besiedeln im Sommerhalbjahr in großer Anzahl Höhlen und andere unterirdische Hohlräume. Ihre Häufigkeit und ökologische Rolle als verbindendes Glied zwischen der Oberfläche und dem Lebensraum unter Tage führten dazu, dass diese Stelzmückenart zum "Höhlentier 2019" gewählt wurde. Die Gemeine Höhlenstelzmücke steht für eine Vielzahl von Tierarten, die auf geschützte Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind.


Die Gemeine Höhlenstelzmücke ist das Höhlentier des Jahres 2019 (Bild: Klaus Bogon, Sontra www.bogon-naturfoto.de)  Die Gemeine Höhlenstelzmücke kommt in ganz Europa vor. Sie besiedelt Wälder und unterirdische Lebensräume wie Stollen und Höhlen. In Mitteleuropa sind sie häufig anzutreffen. Sie fliegen von März bis November und kommen in dieser Zeit oft zu Tausenden in Höhlen vor, wo sie typische Übersommerer darstellen.
Die Gemeine Höhlenstelzmücke ist das Höhlentier des Jahres 2019  Bild: Klaus Bogon, Sontra (www.bogon-naturfoto.de) 


Bei der Gemeinen Höhlenstelzmücke handelt es sich um eine 8 bis 12 mm große Mückenart, die zur Familie der Stelzmücken (Limoniidae) gehört. Die langbeinigen Tiere haben dunkel gefleckte Flügel, die in Ruhe dachziegelartig übereinander gefaltet werden. Die gelblichen Schenkel tragen drei dunkle Ringe.

Die Gemeine Höhlenstelzmücke lebt von März bis November bevorzugt in feuchten Wäldern, wo sie oft an Baumstämmen sitzt. Ihre Larven leben im Schlamm von Gewässern und treten manchmal massenhaft auf. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen. In Höhlen wird die Gemeine Höhlenstelzmücke regelmäßig von März bis Oktober angetroffen. Die Art ist wohl der typischte Höhlen-Übersommerer in unseren Breiten. Die Gemeine Höhlenstelzmücke dringt dabei weit in die Tiefenregionen der Höhlen ein, ohne jedoch sie gesamte Höhle zu besiedeln. Die Tiere bevorzugen zugluftfreie Bereiche und Nischen, wo sie regelmäßig an senkrechten Flächen sitzen. Paarungen in unterirdischen Biotopen können regelmäßig beobachtet werden, die Eiablage erfolgt jedoch außerhalb der Höhlen an Gewässern.

Die Gemeine Höhlenstelzmücken sind im Sommerhalbjahr ein wichtiger Baustein in der Nahrungskette einer Höhle. Die Gemeine Höhlenstelzmücke kommt in ganz Europa und in Deutschland flächendeckend vor (Bild: Klaus Bogon, Sontra www.bogon-naturfoto.de)
Bild: Klaus Bogon, Sontra (www.bogon-naturfoto.de)   Die Gemeine Höhlenstelzmücke kommt in ganz Europa und in Deutschland flächendeckend vor.


Gemeine Höhlenstelzmücken sind im Sommerhalbjahr ein wichtiger Baustein in der Nahrungskette einer Höhle. Diese Mückenart wird vor allem von den cavernicolen Spinnenarten Metellina merianae (Kleine Höhlenspinne) und Meta menardi (Große Höhlenspinne) gefressen. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass Höhlenstelzmücken von einem Pilz befallen werden, der die Tiere abtötet, so dass selbst im Winter große Zahlen abgestorbener und von weißlichem Pilzmycel überzogener Tiere an den Höhlenwänden gefunden werden. Dieses Phänomen scheint sich in Deutschland von Süden nach Norden hin auszubreiten und ist gerade Teil eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes.

Die Gemeine Höhlenstelzmücke kommt in ganz Europa und in Deutschland flächendeckend vor. Sie steht für eine große Zahl von Tierarten, die auf geschützte Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. will mit der Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.


Ordnung Familie Gattung Art
Zweiflügler Stelzmücken Limonia Gemeine Höhlenstelzmücke


Herzlichen Dank an Frau Bärbel Vogel, Vorsitzende, Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. für den Pressetext und die Möglichkeit die Bilder von Herrn Klaus Bogon, Sontra (www.bogon-naturfoto.de) zeigen zu dürfen.

Möchten Sie mehr vom Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher wissen: Das können Sie, wenn Sie hier klicken: www.hoehlentier.de


zurück


- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 20. November 2019 -
Unsere Seiten sind optimiert für Internet Explorer 8.0 und Firefox 3.6 bei einer Auflösung von 1024x768 Pixel
© Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt 2018