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Die Höhlentiere des Jahres seit 2009

Der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher wählte erstmals ein "Höhlentier des Jahres.

Jahr Höhlentiere wissenschaftlicher Name
2009 Höhlenflohkrebs Niphargus spec.
2010 Die Zackeneule Scoliopteryx libatrix
2011 Das Große Mausohr Myotis myotis
2012 Die Große Höhlenspinne Meta menardi
2013 Die Höhlenpilzmücke Speolepta leptogaster
2014 Die Höhlenwasserassel Proasellus cavaticus
2015 Die Keller-Glanzschnecke Oxychilus cellarius
2016 Das Höhlenlangbein Amilenus aurantiacus

Das Höhlenlangbein ist das "Höhlentier des Jahres 2016".

Das Höhlenlangbein gehört zu den Weberknechten und wurde von dem französischen Spinnen- und Naturforscher Eugene Simon im Jahre 1881 erstmals beschrieben. Die Tiere überwintern in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern. Die Tatsache führte dazu, dass dieses Spinnentier zum "Höhlentier 2016" gewählt wurde.

Das Höhlenlangbein, hier ein Weibchen, überwintert auch in Felsenkellern (Bild: Klaus Bogon, Kassel) Das Höhlenlangbein (Amilenus aurantiacus) ist eine 5,5 mm große Weberknechtart mit auffallend langen Beinen.
Das Höhlenlangbein hier ein Weibchen ist das Höhlentier des Jahres 2016 Bild: Klaus Bogon, Kassel 

Das Höhlenlangbein ist eine bis zu 5,5 mm große Weberknechtart mit auffallend langen Beinen und einer markanten lyraförmigen Zeichnung auf dem Hinterleib. Die Art lebt in Wäldern und verbringt das Sommerhalbjahr in der Bodenschicht unter Steinen und Holz, in Falllaub und Bodenstreu, gelegentlich in der Krautschicht feuchter Pflanzengesellschaften.
Das Höhlenlangbein ist eine Art, die in Höhlen- und Spaltensystemen überwintert, in denen die Temperatur nicht oder nur geringfügig unter den Gefrierpunkt sinkt. Dort finden sich große Gesellschaften von Hunderten oder gar Tausenden von Individuen zusammen um dort die Reifehäutung durchzumachen und den Winter zu überdauern. Die lokal unterschiedliche Häufigkeit der Art wird durch die Existenz von Spalten- und Höhlensystemen mitbestimmt.

Das Höhlenlangbein lebt in Wäldern aller Art, in den Alpen hauptsächlich in montanen Buchwald-Gesellschaften und in Nadelwäldern, oder in Bachauen.  Höhlenlangbeine, hier ein Männchen, sind auf frostfreie Rückzugsorte angewiesen (Bild: Klaus Bogon, Kassel)
Bild: Klaus Bogon, Kassel  Höhlenlangbein - hier ein Männchen - die Art lebt in Wäldern 

Das Verbreitungsgebiet des Höhlenlangbeins erstreckt sich von den französischen Westalpen über die Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn und auf der Balkanhalbinsel bis ins nördliche Griechenland. In Deutschland ist die Art aus dem Alpenraum, der Schwäbischen Alb, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, dem Odenwald, der Rhön, der Fränkischen Alb, Thüringen, dem Mittel- und Südharz, dem Kyffhäuser und dem Zittauer Gebirge bekannt. Vor kurzem wurden auch Vorkommen an der hessischen-nordrhein-westfälischen Grenze im Hochsauerland (Rothaargebirge) und am Ostsauerländer Gebirgsrand gefunden, wo die Art in großer Anzahl in Bergwerksstollen überwintert.

Das Höhlenlangbein steht für eine große Zahl an Tierarten, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. will mit der Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.

Unterstützt wird die Wahl des Höhlentieres 2016 von der Arachnologischen Gesellschaft. Dies verdeutlicht die gute Zusammenarbeit zwischen den Höhlenbiologen und den Spezialisten, für die in Höhlen lebenden Artengruppen. Die Spinnenforscher (Arachnologen) sind dabei auf die Ortskenntnisse und Techniken der Höhlenforscher (Speläologen) angewiesen, um Erkenntnisse zu den Arten in unterirdischen Lebensräumen zu erhalten.


Herzlichen Dank an Herrn Stefan Zaenker für den Pressetext und die Möglichkeit die Bilder von Herrn Klaus Bogon, Kassel (www.bogon-naturfoto.de) zeigen zu dürfen.

Möchten Sie mehr vom Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher wissen: Das können Sie, wenn Sie hier klicken: www.hoehlentier.de


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- letzte Aktualisierung: Freitag, 28. Oktober 2016 -