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Die Böden des Jahres seit 2005

Die Aktion "Boden des Jahres", setzt sich zum Ziel, das Bewusstsein für den Boden als unsere Lebensgrundlage zu schärfen. Sie appelliert, Verantwortung für seinen Schutz zu übernehmen, und für seine Nutzung schonende Verfahren einzusetzen. Die Aktion wird u.a. auch vom Umweltbundesamt unterstützt.
Die Aktion wurde von der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) und vom Bundesverband Boden (BVB) initiiert. Ende 2007 hat sich die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft (ÖBG) dem Trägerkreis angeschlossen.
Ausgewählt wird der Boden des Jahres vom Kuratorium Boden des Jahres, dessen Sprecherin Prof. Dr. Monika Frielinghaus vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg ist.

Die Böden des Jahres werden der Öffentlichkeit jeweils in Fachzeitschriften und in einem Flyer vorgestellt, der Informationen über die Entstehung, Eigenschaften, Verbreitung und Gefährdungen des jeweiligen Bodentyps enthalten. Neben den Flyern über den jeweiligen Boden des Jahres gibt es noch einen allgemeinen Flyer, in dem die Aktion "Boden des Jahres" vorgestellt wird und der Wissenswertes über Böden kurz und leicht verständlich zusammenfasst.

Jahr Boden Internationaler Fachbegriff
2005 Die Schwarzerde Tschernosem
2006 Die Fahlerde Albeluvisol
2007 Der Heide-Podsol Podzol
2008 Die Braunerde Cambisol
2009 Die Kalkmarsch Fluvisol
2010 Die Stadtböden Technosole, z.B.:Hortisol
2011 Der Braune Auenboden (Vega) Fluvic Cambisol (Fluvisol)

Der Boden des Jahres 2011 - Die Vega oder der Braune Auenboden

Boden des Jahres Was sind Vegen und wie sehen sie aus?

Vegen sind braune fruchtbare Böden im Überflutungsbereich von Flüssen und werden auch als braune Auenböden bezeichnet.
Der Name Vega stammt aus dem iberischen Sprachraum und bedeutet soviel wie "Aue" oder "fruchtbare Ebene".
Typische Merkmale: dunkler, humusreicher Oberboden mit graubraunem feinkörnigem Unterboden, der deutlich geschichtet und oft ebenfalls humushaltig ist.
Darunter können sich Kiesschichten älterer Flussablagerungen oder Oberböden früherer Auenböden befinden. Vegen werden nur sporadisch überflutet und sind im oberen Bereich kaum von Grundwasser geprägt. Sie zeigen daher weder Rostflecken noch graubraune Verfärbungen.

Allochthone Vega bei Mannheim

 

Wie entstehen Vegen und wo kommen sie vor?

Braune Auenböden (Vegen) gibt es weltweit entlang großer Flusssysteme. Auch an kleinen und mittleren Flüssen kommen sie vor, insbesondere in hügeligen Regionen mit Bodenverlagerung durch Wassererosion. Erosionsanfällige Lösslandschaften sind die Hauptlieferanten des Bodenmaterials heutiger Vegen. Durch die Rodung des Waldes und nachfolgende ackerbauliche Nutzung, örtlich bereits seit der Jungsteinzeit, wurden große Bodenmengen verlagert.
Wechselnde Ablagerungsbedingungen und unterschiedliche Grundwasserstände ließen in den Auen ein kleinräumiges Muster verschiedener Böden entstehen. Mit zunehmendem Grundwassereinfluss kommen neben Vegen auch Gleye und Niedermoore vor. Ohne episodische Überflutungen oder Grundwassereinfluss entwickeln sich Braunerden und Parabraunerden.

Man unterscheidet zwei Typen von Vegen:

Allochthone Vega: Die charakteristische Braunfärbung geht auf bereits vorverwittertes braunes Bodenmaterial, verlagert z.B. durch Erosion, im Auensediment zurück.

Autochthone Vega: Die typische braune Färbung entsteht erst nach der Ablagerung des Auensediments.

Wie werden Vegen genutzt und welche Funktionen haben sie?

Je nach Herkunftsgebiet des Bodenmaterials der Vegen variieren auch ihre Eigenschaften. Unter einem lockeren, krümeligen Oberboden mit reichhaltigem aktivem Bodenleben folgt meist ein gut durchwurzelter Unterboden. In der Regel verfügen Vegen über ein hohes chemisches Bindungsvermögen, was dafür sorgt, dass zum einen Nährstoffe für die Pflanzen gut nutzbar sind, zum anderen aber auch Schadstoffe an der Auswaschung ins Grundwasser gehindert werden. Neben dieser "Filterwirkung" können Vegen auch viel Wasser speichern und sind daher wichtig beim Hochwasserschutz.
Wegen dieser positiven Eigenschaften sind Vegen sehr fruchtbare landwirtschaftlich genutzte Standorte. Die Ablagerungsgeschichten von Auenböden berichten ähnlich wie historische Archive über die Landschaft und ihre Nutzung. Der Einfluss des Industriezeitalters und des historischen Bergbaus lassen sich in Auenböden örtlich an erhöhten Werten von Schwermetallen oder organischen Schadstoffen ablesen.

Haben Auenböden bedeutende Habitatfunktionen?

Unter natürlichen Bedingungen entwickeln sich auf Vegen artenreiche Hartholzwälder mit Eschen, Ulmen, Linden, Stieleichen, Hainbuchen und eine vielfältige Krautvegetation. Auenböden sind einzigartige Lebensräume für Tiere. So ist z.B. die Regenwurmdichte meist sehr hoch und die Uferabbrüche bieten den Eisvögeln ideale Brutstätten.
Lebensräume

Autochthone Vega nahe Rastatt

 

Wodurch sind Auenböden gefährdet?

Vegen sind durch ihre Lage in meist dicht besiedelten Flusstälern überproportional vom Flächenverbrauch betroffen. Auch Eindeichung und Grundwasserabsenkung im Zuge von Flussregulierungen, Kiesabbau, Wassergewinnung und Intensivierung der Landwirtschaft unterbinden die natürliche Auendynamik und gefährden damit den ursprünglichen Bodenbestand im Ökosystem Auenlandschaft. In Projekten an allen großen Flüssen wie z.B. im Integrierten Rheinprogramm wird versucht, die unterschiedlichen Nutzer, den Hochwasserschutz sowie die Auenrenaturierung zu verbinden.


 
Vielen Dank an Frau Prof. Dr. Monika Frielinghaus, Vorsitzende des Kuratoriums Boden des Jahres, für den zur Verfügung gestellten Pressetext, sowie an O. Ehrmann für die überlassenen Bilder.

Möchten Sie mehr wissen: Kuratorium Boden des Jahres - frielinghaus@zalf.de

 


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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 14. Juni 2011 -
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