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Die Alleen des Jahres seit 2008

Erstmalig am 20.Oktober 2008 wurde der bundesweite "Tag der Allee" durch ein Bündnis aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Alleenschutzgemeinschaft (ASG), der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SdW) und der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße ausgerufen.

Seither wird an diesem Datum jährlich die "Allee des Jahres" gekürt. Jeden Sommer findet ein Alleen-Fotowettbewerb statt, dessen Sieger im Herbst durch eine Jury bestimmt wird.

Bisherige Alleen des Jahres:

Jahr Allee
2008 Rügener Allee entlang der Kreisstraße RÜG5 zwischen Silenz und Neuenkirchen
2009 Birnbaumallee in Niedersachsen bei Bohnenburg / Amt Neuhaus an der Elbe
2010 Kastanienallee in Solzow bei Vipperow (Mecklenburg-Vorpommern)
2011 Ahorn-Eschen-Allee in Kremmen, Landkreis Oberhavel
   

Die "Allee des Jahres 2011" ist eine Ahorn-Eschen-Allee im Land Brandenburg.

Zum "Tag der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die "Allee des Jahres 2011" gekürt.
Aus über 250 Beiträgen eines jährlich durchgeführten bundesweiten Fotowettbewerbs wählte die Jury diesmal eine Ahorn-Eschen-Allee im Ort Kremmen im Bundesland Brandenburg zum Sieger.

Ahorn-Eschen-Allee im Ort Kremmen/Brandenburg (Bildreferent:BUND-Brandenburg)

Alleen sind bedroht! Als ökologische Nische sind sie für viele bedrohte Arten ein wichtiger Bestandteil ihres Lebensraums.

Helfen Sie die Alleen zu erhalten und zu schützen

 

Die imposante Allee wurde Mitte der 1920er Jahre angelegt und weist bis heute nur sehr wenige Lücken auf. Besonders diese Tatsache mache sie zu einem sehr seltenen Naturgut und der alte Baumbestand böte Lebensraum für viele Tierarten, so die Jury in ihrer Begründung. Hinzu komme, dass Alleen-Paten seit vielen Jahren die alten Ahorn- und Eschen-Bäume schützten. Weil viele der alten Bäume nun gefällt werden sollen, sei die Ahorn-Eschen-Allee in Kremmen derzeit akut bedroht.

Ulrike Mehl, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Die Prämierung der Allee 2011 in Kremmen im Land Brandenburg macht auf die Gefährdung von Alleebäumen deutschlandweit aufmerksam. Alleen leisten einen unschätzbaren Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz, filtern Schadstoffe aus der Luft und sind Refugien für viele gefährdete Tierarten. Und nicht zuletzt prägen sie in bedeutender Weise das Landschaftsbild in Deutschland."

Alleen - lebendiges Kulturerbe

Es gab eine Zeit, da war Alleenschutz Chefsache: Preußens König Friedrich Wilhelm IV beispielsweise ordnete in seinem Alleen-Erlass von 1814 an, "... aufs Strengste darauf zu achten, dass Lichten und Aushauen prachtvoller Alleen, wie solches seine Majestät hier und da bemerkt habe, künftig durchaus unterbleibe."

Diese einmaligen lichtdurchfluteten grün-goldenen Tunnel müssen erhalten bleiben (Bildreferent: BUND/Brandenburg)
 

Dieses Kulturgut muss erhalten bleiben - es steht auch für eine Identität einer Landschaft

Ihm und anderen Alleen-Begeisterten der Vergangenheit ist es zu verdanken, dass wir uns insbesondere in den drei Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an noch knapp 17.000 Kilometer der "grün-goldenen Tunnel" erfreuen können. Insgesamt sind in Deutschland noch etwa 25.000 Kilometer Straße mit Alleebäumen bepflanzt.

Die Alleen können in ihrer Vielfalt, ihrer Pracht und schlichten Schönheit den Menschen ein Gefühl von Geborgenheit und Identität vermitteln. Sie sind Teil unserer Kultur, unseres kulturellen Erbes und besonders in Ostdeutschland für die Touristen ein auffälliges Markenzeichen.
Dieses Kulturgut ist bedroht. Die oft schon sehr alten Alleebäume sind zunehmend schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Falscher Baumschnitt und Verletzungen durch Straßenbaumaßnahmen sind oft Ursachen für Baumkrankheiten, die zu vorzeitigen Fällungen führen.

Ulrike Mehl: "Leider sind viele Alleen inzwischen aus unserer Landschaft verschwunden. Dabei kann schon mit einfachen Mitteln viel für den Schutz bedrohter Alleen getan werden. Ein Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde in engen Alleenabschnitten, wie aktuell von Brandenburg geplant, bringt beispielsweise mehr Verkehrssicherheit als das jährliche Fällen tausender Alleenbäume für den Straßenbau. Auch die Reduzierung des LKW-Verkehrs in gefährdeten Alleen und die Verwendung von Splitt oder Kies statt Tausalz im Winter schützt die wertvollen alten Bäume."

Der BUND engagiert sich für den Schutz unserer Alleebäume und ihre sorgsame Pflege, damit wir sie noch lange genießen können. Er setzt sich für verstärkte Nach- und Neupflanzungen ein, damit sich auch nachfolgende Generationen an den "grün-goldenen Tunneln", den Obstbaum- und den Parkalleen erfreuen können.

Vielen Dank an Frau Silke Bartolomäus, Leiterin BUND-Alleenprojekt, für die zur Verfügung gestellten Aufnahmen sowie des Pressetextes.


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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 01. November 2011 -
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