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Die Haubenmeise (Lophophanes
cristatus) - die, mit dem Schopf
Die Haubenmeise
ist eine Vogelart in der Familie der Meisen. Die Familie der echten
Meisen umfasst weltweit ca. 46 bis 62 Arten, je nach aktuellem
Forschungsstand.
Bei uns in Deutschland sind jedoch 6 Arten
heimisch: Kohlmeise - Blaumeise - Tannenmeise - Sumpfmeise -
Weidenmeise - Haubenmeise.
(Beutelmeise und Schwanzmeise tragen
zwar auch die Bezeichnung "Meise" in ihrem Namen, gehören biologisch gesehen, jedoch
zu ganz eigenen Vogelfamilien).
Die Haubenmeise
ist in Deutschland weit verbreitet und nicht gefährdet und hat einen
geschätzten Brutpaarbestand von 330.000 - 520.000. Für Bayern wird
ein Bestand von 40.000 - 60.000 angegeben. Damit ist die Haubenmeise
die vierthäufigste Meisenart in Bayern.
Der Brutbestand der
Haubenmeise für Österreich wird mit 150.000 - 300.000 BP angegeben.
Der für die Schweiz 20.000 - 30.000 BP.
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| Leider kann man die Geschlechter kaum auseinanderhalten.
Bei den Männchen ist die Haube etwas länger (Bild: ©
Maximilian Dorsch) |
Haubenmeisen sind bekanntlich weniger gesellig als andere Meisen. Man
trifft die Art oft paarweise an. Sie suchen, im Gegensatz zu anderen
Meisen mitunter auch am Boden nach Nahrung. Die Haubenmeise gilt als
der charakteristische Nadelwaldbewohner, da sie meistens in
Nadelwäldern, mit Totholzanteil, lebt. Oft kann ich die Haubenmeise
bei mir im Garten nicht sehen. Zur Winterszeit, da diese Art auch
ausgebrachte Futterplätze besucht, kann ich sie an Fettklösen
beobachten, weil in der Nähe noch ein paar Nadelbäume stehen. Haubenmeisen sind Standvögel.
Obwohl die
Haubenmeise durch ihre Erscheinung kaum mit einer anderen Vogelart zu
verwechseln ist, nimmt man diese Vogelart erst wahr durch die
typischen rollenden zi-zi-gürr Rufe im dichten Nadelbestand hoch oben
in den Nadelbäumen.
| Haubenmeisen sind standorttreu und
halten sich meist das ganze Jahr über innerhalb der Grenzen
ihres Brutterritoriums auf. |
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| Bild: © Diana Dippel |
In der Regel ist es so, dass Haubenmeisen an Nadelbäumen,
mit Anteilen an Totholz, gebunden sind. |
Die Haubenmeise kann ich in meinem Garten, oft zur Winterszeit
beobachten, weil diese Art auf ihrer Nahrungssuche auch menschliche
Futterplätze aufsucht. Dort frisst sie gerne an meinen selbstgemachten
Meisenknödeln (ohne Nylonnetz) die ich in Kokosnussschalen einbringe.
In dieser Masse ist auch Nussbruch (Haselnuss und Walnuss) enthalten.
Die Haubenmeise kommt fast in ganz Europa vor, abgesehen von der
nördlichen Taigazone und in einigen Gebieten der Britischen Inseln.
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Charakteristisch für die Haubenmeise ist neben der Haube,
auch das halbmondförmige schwarze Band hinter dem Auge. |
| In Mitteleuropa ist die Art weit
verbreitet, sie ist aber recht scheu. |
Bild: © Dirk Schieder |
Von ihren Lebensraumansprüchen ist die Haubenmeise die
genügsamste unter den europäischen Meisen, denn sie lebt meistens in
Nadelwäldern, allerdings muss es einen gewissen Anteil an Totholz oder
Altholz geben. Im Kiefernwald ist sie die häufigste und oft auch
die einzig vorkommende Meise. Zur Nahrungssuche bevorzugt sie Fichten. Das
Verbreitungsgebiet in den Alpen, reicht bis zur oberen Baumgrenze, was
ungefähr 1800 - 2000 Metern entspricht. Ihr Speiseplan besteht aus
Spinnen und kleinen Insekten, daneben im Herbst und Winter auch aus
Samen. Dass man die Haubenmeise hört, aber oft nicht sieht hat damit
zu tun, dass sie vor allem im Kronenbereich der Nadelbäume nach
Nahrung sucht.
| Haubenmeisen finden ihre Nahrung,
Larven, kleine Insekten, Spinnen, Samen, im Kronenbereich der
Nadelbäume. |
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| Bild: © Dirk Schieder |
Haubenmeise auf der Suche nach Nahrung in Nadelbäumen |
Wie schon beschrieben, benötigen die Haubenmeisen Altholz und
Totholz um geeignete Nistplätze zu finden. Für ihre Nestanlage wählen
sie häufig eine enge Naturhöhle in einer Baumhöhle, darüber hinaus in
einem Baumstumpf, Wurzelstock oder morschem Stamm, die sie aber häufig
erweitern. Die meisten Nisthöhlen werden selbst gefertigt und zwar nur
vom Weibchen. Nistkästen werden nur angenommen, wenn die Haubenmeise
weiches Material loshacken können.
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Das Nest wird meist in selbst gemeißelten Höhlen morscher
Bäume gebaut. |
| Haubenmeise an ihrer natürlichen
Nisthöhle |
Bild: © Marcus Bosch / LBV |
Das Nest wird aus Baummoos, Pflanzenwolle, Tierhaaren und Spinnweben
gebaut, mit vielen Federn wird die Nestmulde ausgepolstert. Das
Weibchen legt vier bis acht Eier, die 13 bis 16 Tage bebrütet werden.
Das Weibchen brütet und hudert später die Küken alleine. Wird hierbei
aber vom Männchen gefüttert. Normalerweise gibt es nur eine
Jahresbrut. Es kommt aber zu Zweitbruten, wenn es zum Verlust der
Erstbrut kommt. Nur in günstigen Biotopen kommt es zu Zweitbruten.
| Die Haubenmeise nutzt auch bereits
vorhandene Höhlungen (keine Spechthöhlen). Ansonsten zimmert die Haubenmeise
Nisthöhlungen und zwar vom Weibchen alleine. |
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| Bild: © Antje Geigenberger |
Haubenmeise trägt feines Material für die Nestmulde ein |
| Unterklasse |
Ordnung |
Unterordnung |
Familie |
Gattung |
Art |
| Neukiefervögel |
Sperlingsvögel |
Singvögel |
Meisen |
Lophophanes* |
Haubenmeise |
* Lophophanes bezeichnet eine Vogelgattung der Meisen. Der Begriff
setzt sich aus dem Griechischen zusammen und bedeutet "Schopf" oder
"Haube", für Lophos. Sowie "erscheinen" oder "sichtbar" für phainein.
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Der Speiseplan der Haubenmeise besteht aus kleinen
Insekten und Spinnen. |
| Nahrung wird zur Nisthöhle gebracht |
Bild: © Dieter Hopf / LBV |
Merkmale der Haubenmeise
Vergleich der Größe mit
anderen Arten: < Sperling Körperlänge: ca. 12 cm;
Flügelspannweite: ca. 17 - 20 cm; Gewicht: 10 - 13 g.
Gelegegröße: 4 - 8 weiße, mit purpurroten Flecken und Punkten
versehene, glatte und schwach glänzende Eier.
Jahresbruten: 1; bei Verlust Nachgelege. In günstigen
Biotoplagen kommt es zu Zweitbruten. Brutzeit: März bis
Juli Brutdauer: 13 - 16 Tage. Nestlingszeit: 20 - 22
Tage. Nach dem Ausfliegen der Jungvögel werden diese von
beiden Elterntieren noch etwa 3 Wochen gefüttert. |
| Ich hatte schon vor zwanzig Jahren
gebeten: "Lasst die Totholzbäume stehen, denn diese sind
Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren". |
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| Bild: © Antje Geigenberger |
Ein Seitenast eines abgestorbenen Baumes dient zur
Nisthöhle - Eintrag von Moos |
Wissenswertes & Interessantes:
Der "Punk" unter den
Meisen. Ihre aufrichtbare schwarzweiß gemusterte Federhaube
ist charakteristisch für die Haubenmeise.
Im Übrigen
ist sie die einzige europäische Meisenart mit einer spitzen
Federhaube.
Die Haubenmeise ist an Nadelbäume gebunden.
Im Kiefernwald ist sie oft die einzige vorkommende Meisenart.
So klein sie ist, zimmert die Haubenmeise oft ihre
Nisthöhle. Und das Weibchen macht dies alleine. In der Regel
benötigt sie 6- 12 Tage dafür. Sie benutzt keine verlassenen
Spechthöhlen. Künstliche Nisthöhlen werden nur selten
angenommen.
Haubenmeisen sind Standvögel und bleiben
auch im Winter über im Brutgebiet.
Sind in der Nähe von
Gärten auch Nadelbäume, so kann man gelegentlich die
Haubenmeise im Garten beobachten. Winters über kommen sie auch
an Futterstellen.
Die Haubenmeise gilt aktuell als
nicht gefährdet in Deutschland.
Die Haubenmeise ist
nahezu eine rein europäische Art. |
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Haubenmeisen füttern ihre Jungen fast ausschließlich mit
tierischer Nahrung. Dazu zählen Spinnen (in den ersten
Lebenstagen), Insekten und deren Larven sowie Würmer.
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| Fütterung eines schon flügge
gewordenen Jungvogels |
Bild: © Kerstin Kleinke |
Hier können Sie die Stimme der
Haubenmeise hören. Bildreferent Stefan Wehr
Die Jungvögel kommen ohne ihre
markante Federhaube zur Welt. Sind sie selbstständig dann
schließen sie sich mit anderen Meisenarten zusammen. Oft auch
mit Goldhähnchen. |
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| Bild: © Kerstin Kleinke |
Jungvogel der Haubenmeise |
Bereits im Sommer legen die Haubenmeisen Nahrungsvorräte (vor allem
Insekten) in Vorratsspeichern an. Im Herbst werden Baumsamen
gesammelt. Dabei werden die Samen in Rindenspalten versteckt.
Haubenmeisen finden ihre Nahrungsverstecke, wie andere Meisenarten
auch, traumhaft sicher, denn sie verfügen über ein ausgezeichnetes,
räumliches Gedächtnis, mit dem sie die genauen Positionen von
Flechten, Mosspolstern und Rindenspalten merken können. Meistens
handelt es sich dabei um kurzfristige Vorräte, die den täglichen
Nahrungsbedarf sichern sollen.
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Haubenmeisen bewohnen ihr Brutrevier auch im Winter, dann
auch in gemischten Trupps mit anderen Meisenarten.
Haubenmeisen gelten als wenig gesellig. |
| Im Herbst werden auch Samen
"deponiert" |
Bild: © Diana Dippel |
Vielen Dank an die Naturfotografen: Frau Diana Dippel, Frau
Antje Geigenberger, Frau Kerstin Kleinke, Herrn Maximilian Dorsch,
Herrn Dirk Schieder, Herrn Marcus Bosch / LBV, Herrn Dieter Hopf, LBV
und Herrn Stefan Wehr für die Stimme der Haubenmeise.
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